Schneechaos:Mit einem weißen Auge davongekommen

Schneechaos: Der Wintereinbruch hat den Bahnverkehr auch am Montag - wie hier in Aßling - noch massiv beeinträchtigt.

Der Wintereinbruch hat den Bahnverkehr auch am Montag - wie hier in Aßling - noch massiv beeinträchtigt.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Seit ein paar Tagen versinkt der Landkreis im Schnee. Zum Glück halten sich die Schäden jedoch in Grenzen. Wegen der Witterungsverhältnisse fällt der Präsenzunterricht am Dienstag an allen Schulen im Landkreis aus.

Von Merlin Wassermann, Ebersberg

Der Landkreis Ebersberg versinkt in einem Meer aus Weiß. Bis zu ein halber Meter Neuschnee ist in den vergangenen Tagen auf München und Umgebung niedergegangen. Der starke Niederschlag hat die S-Bahn lahmgelegt und zu mehreren Unfällen geführt. "Sehr hektisch" seien die vergangenen Tage deswegen für die Polizei gewesen, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Ebersberg Ulrich Milius. "Allein in der Nacht von Freitag auf Samstag hatten wir 40 gemeldete Einsätze." Darunter waren viele Verkehrsunfälle, doch nur einer mit Verletzten. "Es gab viel zu tun, aber zum Glück keine großen Schäden." Während am Montag sogar der Unterricht regulär stattfand, bleiben an diesem Dienstag die Schulen wegen der Witterungsverhältnisse geschlossen. Im gesamten Landkreis wird kein Präsenzunterricht stattfinden.

Es ist auch Eisregen angekündigt, vermutlich wird die Feuerwehr dann erneut viel zu tun haben, die ein einsatzreiches Wochenende hinter sich hat, wie Kreisbrandrat Andreas Heiß berichtet. Freitag und Samstag sei die Kreiseinsatzzentrale besetzt gewesen und "300 Einsätze gingen bei uns ein". Das Hauptaugenmerk lag und liegt dabei auf umgestürzten Bäumen, die zum Beispiel Straßen blockieren. Größere Unfälle habe es glücklicherweise nicht gegeben. Zwar habe die Staatsstraße 2580 zeitweise wegen eines Unfalls abgesperrt werden müssen. Allerdings sei dies im Nachbarlandkreis Erding passiert, die Ebersberger Feuerwehr habe lediglich Unterstützung geleistet.

Darüber hinaus musste die Staatsstraße 2351 zwischen Moosach und Glonn gesperrt werden. Ein Fahrer umging die Sperrung jedoch und fuhr weiter, bis er von einem umgestürzten Baum aufgehalten wurde und die Feuerwehr kontaktierte. Andreas Heiß rät, dass man "auf den gesunden Menschenverstand" hört, wenn man mit einer gesperrten Straße konfrontiert wird und diese Sperrung akzeptiert.

Die Straßen waren allerdings nicht nur für Pkw, sondern auch für den Busbetrieb ein schwieriges Pflaster. Konkrete Zahlen liegen zwar nicht vor, allerdings berichtet der MVV von Verspätungen oder dem Auslassen von Haltestellen. "Die Busse sind gefahren wie und wo es ging", sagt Pressesprecherin Sonja Schneider. Hatten Fahrten zu viel Verspätung, wurden einzelne Kurse auch ausgelassen. Linien- und Betriebseinstellungen gab es allerdings nicht. Der Busverkehr richte sich weiter nach den witterungsbedingten Straßenverhältnissen.

Schneechaos: Jede Menge Schnee sammelt sich auf den Dächern des Landkreises. Sollte es anfangen zu regnen, könnte das zum Problem werden.

Jede Menge Schnee sammelt sich auf den Dächern des Landkreises. Sollte es anfangen zu regnen, könnte das zum Problem werden.

(Foto: Christian Endt)
Schneechaos: Festgefahren: Die S-Bahn fährt noch nicht wieder im Landkreis.

Festgefahren: Die S-Bahn fährt noch nicht wieder im Landkreis.

(Foto: Christian Endt)

Stärker als der Straßenverkehr ist jedoch der Schienenverkehr betroffen. Von Bäumen, die unter der Schneelast zusammengebrochen und auf Gleise gestürzt sind, über Fahrzeuge, die zu lange in der Kälte standen und abgeschleppt werden müssen bis zu beschädigten Oberleitungen - die Liste an Problemen ist lang. Bei der S-Bahn wird es "über den heutigen Tag hinaus zu Einschränkungen und Ausfällen kommen", wie es in einer Pressemitteilung am Montag heißt. Auch die Regionalbahn fährt höchstens vereinzelt, eine komplette Streckenöffnung wird bis Freitag erwartet.

Unter anderem wegen der ausgefallenen Züge waren die Rettungskräfte des BRK-Kreisverbandes Ebersberg "pausenlos im Einsatz", schreibt Kreisgeschäftsführer Manfred Barth in einer Pressemitteilung. Zehn Personen, die an Bahnhöfen gestrandet waren, mussten betreut werden. Insgesamt 53 ehrenamtliche BRK-Einsatzkräfte waren zusätzlich zum regulären Rettungsdienst im Einsatz, um trotz widriger Bedingungen eine Erstversorgung zu gewährleisten. Denn die Retter waren mit "erheblichen Anfahrtsverzögerungen" konfrontiert, wie Kreisbereitschaftsleiter Bernhard Nowotny sagt.

Schneechaos: Für eine Schaufel voll Schnee: Der Winterdienst ist überall im Landkreis voll im Einsatz.

Für eine Schaufel voll Schnee: Der Winterdienst ist überall im Landkreis voll im Einsatz.

(Foto: Christian Endt)
Schneechaos: Dennoch hatten es Post- und Zeitungszusteller in den vergangenen Tagen sehr schwer, ans Ziel zu kommen - und für die Kunden war schon der Weg zum Briefkasten eine kleine Herausforderung.

Dennoch hatten es Post- und Zeitungszusteller in den vergangenen Tagen sehr schwer, ans Ziel zu kommen - und für die Kunden war schon der Weg zum Briefkasten eine kleine Herausforderung.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Anfahrtsverzögerungen gab es auch bei der Polizei. Ulrich Milius berichtet von Problemen seiner Kolleginnen und Kollegen, rechtzeitig zum Dienst zu erscheinen: "Sie brauchen manchmal zwei oder zweieinhalb Stunden, um zum Dienst zu kommen." Allerdings seien alle rechtzeitig losgefahren, weshalb der "Dienstbetrieb in keiner Weise beeinträchtigt" sei.

Man kann auch davon ausgehen, dass es einige Schülerinnen und Schüler nicht leicht hatten, zur Schule zu kommen. Aber: "Es ist keine öffentliche Schule geschlossen", sagt die Leiterin des Ebersberger Schulamts Sigrid Binder am Montag. Lediglich die Montessorischule in Niederseeon habe nicht geöffnet, aufgrund der zu hohen Schneelast auf den Dächern. Dies könnte auch an anderen Stellen noch zum Problem werden, denn für die nächsten Tage ist Regen oder sogar Eisregen vorhergesagt.

Das Schulamt und das Landratsamt haben daher am Montagabend entschieden, den Unterricht angesichts der Witterungsverhältnisse am Dienstag ausfallen zu lassen. Kinder, die trotzdem zur Schule kommen, etwa, weil die Eltern nicht rechtzeitig von den Schulschließungen erfahren haben, werden aber betreut. Darüber hinaus obliegt es den einzelnen Schulen, Fernunterricht anzubieten.

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