Radschnellweg im Landkreis Ebersberg:Rückenwind, fast überall

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Radschnellweg im Landkreis Ebersberg: 6000 Radler täglich werden für die insgesamt etwa 25 Kilometer lange Trasse von der Landeshauptstadt in Richtung Osten über Poing bis nach Markt Schwaben prognostiziert.

6000 Radler täglich werden für die insgesamt etwa 25 Kilometer lange Trasse von der Landeshauptstadt in Richtung Osten über Poing bis nach Markt Schwaben prognostiziert.

(Foto: Catherina Hess)

An der Gruber Straße in Poing soll beidseitig ein meist drei Meter breiter Fuß- und Radweg entstehen - eine Verbesserung, aber nicht ganz das, was einen Radschnellweg ausmacht. Ein solcher ist von München über Poing bis nach Markt Schwaben geplant.

Von Johanna Feckl, Ebersberg/Poing

Es ist die einzige Radschnellwegeverbindung von der Landeshauptstadt München ins Umland, an der aktuell vertieft gearbeitet wird - und sie führt durch den Landkreis Ebersberg: Vom S-Bahnhof in Markt Schwaben nach Poing und Grub führt die geplante Trasse weiter nach Heimstetten, Feldkirchen, über Riem hinein ins Stadtgebiet und über die Prinzregentenstraße ins Lehel, insgesamt gut 25 Kilometer lang, 6000 Radler täglich werden für diese Trasse prognostiziert.

Wenn alles wie geplant läuft, dann könnte 2024 die Gruber Straße in Poing entsprechend der Vorgaben für einen Radschnellweg ausgebaut werden, zumindest weitestgehend, wie nun im Umweltausschuss des Kreistags bekannt wurde: An mehreren kürzeren Abschnitten reicht der vorhandene Platz nicht aus für die vorgesehene drei Meter breite Radler-Fahrbahn. Außerdem wird in der Gruber Straße voraussichtlich ein kombinierter Rad- und Fußweg entstehen.

Dass die Gruber Straße nicht in ihrem derzeitigen Zustand bleiben soll, wäre wohl auch ohne Radschnellweg ein Wunsch des Kreises und der Gemeinde Poing: "Das ist eine der verkehrsbetriebensten Straßen, die wir haben", sagte Landrat Robert Niedergesäß (CSU). Bernhard Pritscher vom zuständigen Ingenieursbüro ergänzte, dass 2019 innerhalb von 24 Stunden 15 400 Kraftfahrzeuge gezählt wurden, bis zum Jahr 2030 werden es voraussichtlich 17 000 sein. Nördlich der Autofahrbahn ist aktuell ein Geh- und Radweg, der in beide Richtungen befahrbar ist. Durch die sich entgegengenkommenden Radler sowie die vielen Einfahrten zu Gewerbebetrieben falle die Gruber Straße aber durch zahlreiche Unfälle auf, an denen Radler beteiligt sind.

Aktuell gibt es südlich der Gruber Straße nur einen zwei Meter breiten Fußweg

Ingenieur Pritscher stellte die Ergebnisse seiner Untersuchung vor, inwiefern ein Ausbau möglich ist, sodass sich auf beiden Seiten der Autofahrbahn ein drei Meter breiter Rad- und Gehweg befindet. Aktuell ist diese Breite im Norden gegeben, im Süden jedoch gibt es nur einen zwei Meter breiten Gehweg. Pritscher zufolge ist die gewünschte Verbreiterung bis auf wenige Engstellen, beispielsweise im Bereich von Bushaltestellen, möglich. Auf den entsprechenden Teilabschnitten wäre immerhin eine Breite von 2,50 bis 2,60 Meter umsetzbar. Die Autofahrbahn für den fließenden Verkehr würde bei 3,5 Meter bleiben, lediglich die Linksabbiegespuren müssten von drei auf 2,75 Meter verschmälert werden.

Ein vollständiger Ausbau der Straße, also die Erneuerung von Rad- und Fußwegen sowie der Autofahrbahn, würde sich auf ungefähr 2,8 Millionen Euro belaufen. Dabei stünden eine bis zu 80-prozentige Förderung der Regierung von Oberbayern für den Rad- und Gehweg in Aussicht sowie eine 50-prozentige für die Autofahrbahn. Außerdem würde sich Poing an den Kosten beteiligen, da der südliche Geh- und Radweg innerhalb des Ortes verläuft - der Landkreis ist zuständig, wenn es sich um einen vollausgebauten Radweg handelt, der auch außerorts fortgeführt wird.

Mit angrenzenden Betrieben soll über einen Grundstückserlass gesprochen werden

Thomas von Sarnowski (Grüne) und Bianka Poschenrieder (SPD) baten darum, mit den an den geplanten Rad- und Gehwegen angrenzenden Betrieben über einen möglichen Grundstückserwerb oder -erlass zu sprechen. Denn mit einer Wegeführung, die sich Radler und Fußgänger teilen, sei der Radschnellweg nur mit Abstrichen umsetzbar. "Bei jedem Fußgänger müsste der Radfahrer abbremsen", sagte Sarnowski.

Einstimmig sprachen sich die Ausschussmitglieder für einen vollständigen Ausbau aus. Im Herbst soll darüber abgestimmt werden, die geplante Maßnahme von der Warteliste zu nehmen, sodass sie 2024 umgesetzt werden könnte. Außerdem befürwortete das Gremium einstimmig, sich nun mit Landkreis und Stadt München für die konkrete Planung des Radschnellwegs zusammenzusetzen.

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