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Klimaschutz:Nächste "Fridays for Future"-Demo in Grafing geplant

Fridays for Future Grafing

Junge Demonstranten bei der "Fridays for Future"-Kundgebung Anfang Mai in Grafing.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Die Bewegung nimmt im Landkreis Ebersberg Fahrt auf. Der Termin für die nächste Kundgebung steht - samt einer Grafinger Eigenheit.

Am Ende waren es um die 300 Schüler, Studenten, Eltern und Großeltern, die durch Grafing marschierten, "Hopp, Hopp, Hopp, Kohlestopp" und "wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" riefen. Die erste größere "Fridays for Future" (FFF)-Demonstration im Landkreis Ebersberg war für die Initiatoren ein großer Erfolg - an den sie nun anknüpfen möchten: mit einer noch längeren Demonstration in zwei Wochen und einem Forderungskatalog an Grafings Grüne Bürgermeisterin Angelika Obermayr.

Die hat die Aktivisten für den kommenden Samstag zum Gespräch eingeladen. Konkret will eine Delegation von zwei Schülern und drei Studenten am Vormittag im Rathaus Forderungen vortragen, die Demonstranten vor zwei Wochen auf Zettel geschrieben hatten. Etwa eine verkehrsberuhigte Gestaltung des Marktplatzes oder eine noch klimafreundlichere Ausstattung der öffentlichen Gebäude. Dazu will man wie in Konstanz den Umweltnotstand ausrufen und im Grafinger Stadtpark einen Gemeinschaftsgarten mit Hochbeeten schaffen. "Die Stadt ist ja teilweise ein bisschen ausgestorben", sagt Miriam Boehlke, Initiatorin der hiesigen "FFF"-Bewegung.

Die 27-jährige Studentin nachhaltiger Unternehmensführung hat bereits die zweite Klima-Demo in die Wege geleitet: Sie soll am Freitag, 31. Mai, in einer noch größeren Runde als zuletzt durch Grafing führen - und wieder mit dem "Original" brechen, bei dem während der Unterrichtszeit gestreikt wird. "Wir wollen nicht riskieren, dass Schüler von der Schule fliegen", erklärt Boehlke; deswegen sei die Demo wieder für 13 Uhr geplant - auch, um Berufstätigen entgegenkommen: "Das Thema geht schließlich alle an."

Das sagt Landrat Robert Niedergesäß

Der globale Klimastreik am 24. Mai bleibt indes im Landkreis Ebersberg aus. Stattdessen wollen die Aktivisten eine gemeinsame Fahrt zur Demo nach München organisieren. Kommenden Freitag sind Schüler weltweit aufgerufen, für eine Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens und eine Begrenzung der globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu demonstrieren.

Über Wege, die großen Ziele im Landkreis voranzutreiben, sollen demnächst auch die Schüler mit den Lokalpolitikern debattieren: Landrat Robert Niedergesäß (CSU) teilte am Donnerstag mit, dass er bereits mit dem Klimaschutzmanager in Kontakt stehe, um einen Klimadialog mit den Schülern vorzubereiten. Einen solchen hatte es auch in München gegeben, hier hatten sich rund 270 Schüler mit dem bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber an einem runden Tisch getroffen, um über Energie, Konsum und Mobilität zu sprechen. Ein Format, das der Ebersberger ÖDP-Kreisrätin Johanna Weigl-Mühlfeld offensichtlich zusagte: Nach der Grafinger Demo forderte sie auch für den Landkreis einen offenen Klimadialog. Ihr Antrag wird laut Niedergesäß nun im Umweltausschuss des Kreistags behandelt.

Derweil kündigt der Kreisjugendring (KJR) an, die Klimaproteste weiterhin mitzutragen. "Die Inhalte passen zu unseren Zielen", so Geschäftsführer Philipp Spiegelsberger. Er war bei der Demo vor zwei Wochen selbst mitmarschiert - und wie viele überrascht, mit welchen Kosten so eine Demo verbunden ist. Dinge wie Haftpflichtversicherung, Gema-Gebühren, Kopierkosten will der KJR nun mittragen; "zunächst einmal mit 500 Euro", erklärt Spiegelsberger. Schließlich ließen Demos wie die vor zwei Wochen für die Zukunft hoffen: "Auch die Jüngsten können ein bisschen was bewegen."

Fridays for Future 300 Menschen demonstrieren beim "Friday for Future" in Grafing
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Umzug

300 Menschen demonstrieren beim "Friday for Future" in Grafing

Beim ersten FFF im Kreis Ebersberg kommen größtenteils Kinder und Jugendliche. Aus Rücksicht auf die Mathe-Abiturienten startet die Demo später als üblich.   Reportage von Viktoria Spinrad