Ausbildung in Ebersberg:Vom Schnuppern und Schrauben

Ausbildung in Ebersberg: Isabella Göldner (Mitte) schaut Azubi Daniel Belte in der Serviceabteilung von Noax über die Schulter. CEO Verena Schechner freut sich über den interessierten jungen Besuch.

Isabella Göldner (Mitte) schaut Azubi Daniel Belte in der Serviceabteilung von Noax über die Schulter. CEO Verena Schechner freut sich über den interessierten jungen Besuch.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Dank eines neuen Projekts dürfen Schüler aus dem Landkreis einen Tag lang Azubis begleiten. Die 13-jährige Isabella Göldner zum Beispiel besucht Noax Technologies in Ebersberg.

Von Greta Wach, Ebersberg

Zerlegte Computer und kaputte Bildschirme zieren die Schreibtische. In den Regalen stapeln sich Kisten mit Werkzeug und Materialien, einige bunte Kabel sind zu sehen. Über den Köpfen der Mitarbeiter leuchtet blau eine Weihnachtsbeleuchtung. Ein Azubi hat sie aus ausrangierten Materialien zusammengebastelt.

In diesem Serviceraum verbringt auch die 13-jährige Isabella Göldner diesen schulfreien Buß- und Bettag, denn sie macht ein Schnupperpraktikum der besonderen Art: Einen Tag lang begleitet sie den Auszubildenden Daniel Belte, der sich im zweiten Lehrjahr zum Industriekaufmann bei der Noax Technologies AG in Ebersberg befindet. So hat Göldner die Gelegenheit, den Azubi-Alltag aus nächster Nähe kennenzulernen.

In seinem zweiten Jahr wurde das Projekt auf ganz Oberbayern ausgeweitet

Die Aktion "Ein Tag Azubi" ist ein gemeinsames Projekt der IHK für München und Oberbayern und der Wirtschaftsjunioren. Die erste Ausgabe fand vergangenes Jahr in der Region München statt. Aufgrund des großen Erfolges und der starken Nachfrage wurde das Konzept nun auf ganz Oberbayern ausgeweitet und soll fortan regelmäßig umgesetzt werden.

Auf Social Media und an Schulen wurde das Projekt beworben, gedacht ist es für alle 13- bis 26-Jährigen, die Interesse an einem Ausbildungsberuf haben. Über einen Elternbrief hatte auch Isabella Göldner, die eine achte Klasse des Kirchseeoner Gymnasiums besucht, davon erfahren. "Ich dachte mir, das kann ich mir mal anschauen", erklärt die 13-Jährige. Bereitwillig opfert sie den schulfreien Tag für das Schnupperpraktikum.

Per Online-Fragebogen wird ein passendes Unternehmen ermittelt

In ganz Oberbayern nahmen an dem Format insgesamt 723 Schüler und etwas mehr als 400 Unternehmen teil. Allein in Ebersberg öffneten 14 Unternehmen ihre Türen, um 21 Schülern aus dem Landkreis ihre Ausbildungsberufe zu zeigen. "Das Ganze ist eine schöne Gelegenheit, um zukünftigen Auszubildenden das Unternehmen vorzustellen", sagt Noax-Geschäftsführerin Verena Schechner. Bereits seit etwa zwölf Jahren bildet der Hersteller von Industrie-Computern junge Männer und Frauen zu Industriekaufleuten und Elektronikern aus. Am Aktionstag beteiligte sich das Unternehmen in diesem Jahr allerdings zum ersten Mal.

Auch für Isabella ist das Ganze eine Premiere, denn es ist ihr erstes Praktikum. Auf der eigens für den Projekttag eingerichteten Webseite hatte sie im Vorhinein einen Online-Fragebogen zu Interessen, Hobbys, Lieblingsschulfächern, angestrebtem Schulabschluss und Vorstellungen zum späteren Berufsleben ausgefüllt. Mithilfe eines algorithmusbasierten Matching-Verfahrens wurde dann ein für sie passender Ausbildungsberuf und ein dazugehöriges Unternehmen berechnet. So landete sie bei der Noax Technologies AG.

Ausbildung in Ebersberg: Tanja Cosentino arbeitet in der Produktion und lässt Isabella Göldner an ihrer Erfahrung teilhaben.

Tanja Cosentino arbeitet in der Produktion und lässt Isabella Göldner an ihrer Erfahrung teilhaben.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Von der Entwicklung über Produktion, Vertrieb und Service bis hin zur Verwaltung - Isabella Göldner bekommt an diesem Tag Einblicke in alle Bereiche des Unternehmens, darf vielen Mitarbeitenden über die Schulter schauen und sogar selbst Hand anlegen. Zum Beispiel an den kaputten Geräten im Service, eine Station, die die Schülerin deswegen besonders interessiert. Die Mittagspause verbringt sie mit einer kleinen Gruppe Kollegen beim Italiener um die Ecke. Alles ist sehr freundschaftlich, das gefällt Isabella Göldner besonders. "Ich würde es auf jeden Fall wieder machen", sagt sie.

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