Landkreis Ebersberg:Gemeinsam für Demokratie und Vielfalt

Landkreis Ebersberg: Mehr als 100 000 Menschen sind am Wochenende in München gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen. Nun soll es auch in Ebersberg die Gelegenheit geben, Flagge zu zeigen.

Mehr als 100 000 Menschen sind am Wochenende in München gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen. Nun soll es auch in Ebersberg die Gelegenheit geben, Flagge zu zeigen.

(Foto: Florian Peljak)

Ein breites Bündnis aus Organisationen ruft zu einer Demonstration gegen Rechtsextremismus auf. Weitere Unterstützer für die Kundgebung am Sonntag in der Kreisstadt sind willkommen.

Von Anja Blum, Ebersberg

So viele Menschen wie in München werden es in Ebersberg vermutlich nicht ganz werden, doch auch der Landkreis bekommt nun die Gelegenheit, sich gegen extrem rechte Gruppierungen und Parteien zu positionieren. Am kommenden Sonntag, 28. Januar, findet in der Kreisstadt eine große Demo statt, veranstaltet von einem breiten Zusammenschluss verschiedener Organisationen.

"Der Landkreis steht auf für Demokratie und Vielfalt": Unter diesem Motto hoffen die Veranstalter, viele Menschen mobilisieren zu können. "Wir haben mal eine Demonstration mit 200 Leuten angemeldet, würden uns aber natürlich sehr freuen, wenn es mehr werden", sagt Marthe Balzer, Sprecherin des landkreisweiten Bündnisses "Bunt statt Braun".

Nach der großen Demo in München gelte es, dranzubleiben und weiter Kante zu zeigen

Hintergrund für den Protest sind die Enthüllungen des Recherchezentrums "Correctiv": Nun müsse jedem klar sein, welche Ziele die AfD und ihre Unterstützer verfolgten, schreiben die Veranstalter. "Sie wollen unsere freiheitliche und demokratische Republik zurückverwandeln in ein Land, in dem Gesinnungsschnüffelei und Staatsterror an der Tagesordnung sind. Menschen, die nicht in das Vorstellungsbild der Rechten passen, weil ihre Eltern nicht aus Deutschland stammen oder ihre sexuelle Orientierung nicht gefällt, sollen einfach aus Deutschland rausgeworfen werden." Man müsse nicht viel Fantasie haben, um sich auszumalen, was das für diese vielfältige Gesellschaft bedeuten würde. "Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen wären zusätzlich verheerend für unser Land."

Doch die zahllosen Demos in ganz Deutschland zeigten deutlich: "Die weit überwiegende Mehrheit der Deutschen will keinen Rückfall in die düstersten Zeiten unserer Geschichte. Deshalb gilt es nun dranzubleiben und weiter klare Kante gegen Rechts zu zeigen!" Um Bunt statt Braun und die Aktionsgruppe "Respekt@Poing" als Veranstalter scharen sich als Unterstützer bereits die beiden christlichen Kirchen, die Ausländerhilfe, der Bund Naturschutz und die Kolpingfamilie.

Weitere offizielle Unterstützer der Veranstaltung werden gerne aufgenommen

Doch diese Liste ist noch offen: Jeder Verein, jede Gruppe, jedes Unternehmen oder Ähnliches könne sich dem Bündnis anschließen und offizieller Unterstützer der Veranstaltung werden, schreiben die Organisatoren. "Voraussetzung ist nur, dass sie sich zu unseren demokratischen Werten bekennen und bereit sind, dafür öffentlich einzustehen."

Los geht es um 16.30 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am Marienplatz, anschließend wird der Zug durch das Ebersberger Einkaufszentrum bis zum Platz vor dem Landratsamt ziehen, wo eine Zwischenkundgebung stattfinden soll. Danach geht es durch die Bahnhofstraße zurück zum Marienplatz. "Wir haben uns ganz bewusst für eine kleine Runde entschieden, damit auch Familien mit kleinen Kindern und Senioren, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, dabei sein können", sagt Balzer. Denn dieses Thema gehe wirklich alle was an.

Wer die Demonstration gerne offiziell unterstützen will: Eine E-Mail an kontakt@bunt-ebe.de oder kontakt@respekt-in-poing.de genügt.

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