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Corona im Landkreis Ebersberg:Die Lage verschärft sich

Corona-Reportage Kreisklinik Ebersberg

Um die steigende Zahl von Covid-19-Patienten versorgen zu können, muss die Kreisklinik eine andere Station schließen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

In der Kreisklinik muss eine zweite Station für Covid-19-Patienten geschaffen werden, es gibt fünf weitere Todesfälle und Wechselunterricht wird wahrscheinlich.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

In der Corona-Pandemie sind fünf weitere Todesfälle im Landkreis zu verzeichnen. Es habe sich um ältere Landkreisbürger gehandelt, so die Auskunft aus dem Landratsamt. Auch sonst sind die Entwicklungen alarmierend: Die Kreisklinik hat begonnen, eine weitere Station zu schließen, um Kapazitäten zur Bewältigung der Corona-Pandemie zu schaffen. Zudem trifft der Krisenstab des Landratsamts Vorbereitungen für den Fall, dass auch hier die kritische Grenze von 200 bei der Sieben-Tage-Inzidenz gerissen wird. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch, denn die Zahlen sind nach wie vor hoch: Am Dienstagnachmittag waren 367 Landkreisbürger infiziert.

Bisher hatte die Klinik 27 Behandlungsplätze für Covid-19-Patienten vorgehalten, nun reagiert sie auf die steigende Zahl der Menschen, die zur Genesung eine Krankenhausbehandlung brauchen. Derzeit werden dort nach Angaben des Landratsamts 16 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt, davon zwölf aus dem Landkreis Ebersberg. Drei Patienten befinden sich auf der Intensivstation, zwei von ihnen werden dort beatmet. Zudem gibt es in der Klinik zehn Verdachtsfälle.

Reißt der Kreis offiziell den Inzidenzwert von 200, wird das die größten Auswirkungen wohl auf die älteren Schüler im Landkreis haben: Sie müssen sich darauf einstellen, dass sie wieder in den Wechselunterricht gehen müssen, also Klassen geteilt werden und die Schülerinnen und Schüler abwechselnd in der Schule oder zu Hause unterrichtet werden. Mit dem Schulamt sind die Verantwortlichen im Krisenstab des Landratsamts deshalb bereits im Kontakt.

Denn schon jetzt zeigt die offizielle Seite des Robert-Koch-Instituts, die dafür ausschlaggebend ist, wann Maßnahmen getroffen werden, eine Sieben-Tage-Inzidenz von 199,1 an. Allerdings schlagen die Zahlen dort mit einiger Verspätung auf - und in der landkreiseigenen Berechnung hatte Ebersberg die Latte schon am Montag gerissen. Zum Berechnungszeitpunkt um 16.30 Uhr lag die Inzidenz hier laut der Kreis-Kalkulation bei 205,01.

"Wir gehen stark davon aus, dass wir in den nächsten Tagen die 200er-Marke offiziell überschreiten", sagte Brigitte Keller, Leiterin der Abteilung Zentrales und Bildung und im Landratsamt für das Corona-Krisenmanagement federführend verantwortlich, am Dienstag. Sollten die Schulen in den Wechselunterricht gehen müssen, bräuchten diese aber einen gewissen Vorlauf, um alles zu organisieren und die Eltern zu informieren. Sie gehe davon aus, so Keller, dass der Wechselunterricht vom kommenden Montag an eingeführt werden könnte. Betroffen wären nicht alle Kinder und Jugendlichen, der Wechselunterricht ist nach Angaben von Schulamtsdirektorin Sigrid Binder nur dann angezeigt, wenn im Unterricht kein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Schülern und den Lehrkräften möglich ist. Und auch das gilt nur von der achten Klasse an, jüngere Kinder sind von der Regelung ausgenommen, ebenso wie Abschlussklassen, Deutschklassen und Förderschulen generell. Eingeführt würde der Wechselunterricht laut Binder zunächst für eine Woche.

© SZ vom 02.12.2020
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