SZ-Serie: Kuriose Geschenke: Rotierender Staubwedel

SZ-Serie: Kuriose Geschenke: Doris Rauscher hat ihren Staubwedel als Mikrofon zweckentfremdet, Staub beseitigt sie jedenfalls auf andere Weise.

Doris Rauscher hat ihren Staubwedel als Mikrofon zweckentfremdet, Staub beseitigt sie jedenfalls auf andere Weise.

(Foto: privat)

Die SPD-Landtagsabgeordnete Doris Rauscher hat ein Geschenk ihrer Großmutter ganz schnell in den Keller geräumt.

Von Alexandra Leuthner

Der eine verschenkt traditionell selbst gestrickte Schafwollpullover - und sorgt damit bei den Empfängern für gemischte Gefühle, die andere wurde als Veganerin schon mal mit einem Metzgerei-Abo bedacht ... Die SZ Ebersberg hat für ihre Serie "Kuriose Geschenke" Menschen aus dem Landkreis nach ihren Erfahrungen mit unerwarteten Gaben gefragt.

Andere Generationen, andere Vorstellungen. Und so wird sich auch Doris Rauschers Großmutter nur Gutes dabei gedacht haben, als sie der Enkelin einen elektrischen Staubwedel unter den Christbaum legte. So was gibt's tatsächlich, kaum zu glauben. Und etwas peinlich überrascht war also Doris Rauscher, als sie das Ding aus dem Geschenkpapier wickelte.

"Der Staubwedel war batteriebetrieben und hatte so giftgrüne Kunststofffasern vorn dran", erzählt die SPD-Landtagsabgeordnete. "Man hat auf einen Knopf gedrückt und dann haben sich die Dinger gedreht."

Das Kopfschütteln, das die SPD-Politikerin noch heute beim Gedanken an ihr sicher skurrilstes Weihnachtsgeschenk befällt, ist quasi durchs Telefon hindurch zu spüren. Ein einziges Mal habe sie das Gerät ausprobiert und es dann im Keller verschwinden lassen. "Ich glaube, das hat den Staub eher verteilt, als ihn aufzunehmen", erzählt sie. Zum Glück habe sie jedoch einen Keller, in dem so einiges Platz finde.

"Eine Flasche Rotwein wäre mir lieber gewesen", sagt Rauscher lachend, "aber meine Großmutter war sicherlich der Meinung, so etwas müsse man wirklich haben." Immerhin entstamme sie ja einer Generation, die noch die Wäsche per Hand gewaschen habe, jedwede Elektrifizierung des täglichen Tuns konnte die Dinge in den Augen jener Generation also nur zum Besseren wenden. Überdies sei das Verständnis für das Verhältnis zwischen Frau und Haushalt ja damals doch ein anderes gewesen. "Heute wünscht man sich ja doch eher etwas, das einem Freude macht."

Der Staubwedel habe die Familie dann aber später doch noch ordentlich zum Lachen gebracht, erinnert sich Rauscher, allerdings nicht in der ihm zugedachten Funktion. Er habe als Mikrofon für den Ansager in einer spaßeshalber zu Hause inszenierten Werbesendung gedient, einer Sendung jener Art, in der vermutlich ähnlich seltsame Haushaltshelferlein angepriesen werden.

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