Café-Neueröffnung in Anzing:Back to the roots auf Bayerisch

Café-Neueröffnung in Anzing: Das "Oansa" der Wirtsleute Ann und Albert Numberger bedeutet Eins auf Bairisch und ist angelehnt an die Adresse des Lokals in der Anzinger Högerstraße mit der Hausnummer 1.

Das "Oansa" der Wirtsleute Ann und Albert Numberger bedeutet Eins auf Bairisch und ist angelehnt an die Adresse des Lokals in der Anzinger Högerstraße mit der Hausnummer 1.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Am Freitag eröffnet das neue Gemeindecafé in Anzing - die Wirtsleute Ann und Albert Numberger wollen einen Raum für Begegnung und Gemeinschaft schaffen. Genau wie der Name "Oansa" soll auch die Speisekarte typisch bayerisch sein.

Von Anna Steinhart, Anzing

Es könnte durchaus verwirrend für manche sein, dass seit einigen Tagen am Eingang des Café "Oansa" in Anzing ein Zettel mit täglich wechselnden Zahlen hängt - nur eine Eins, das hochdeutsche Pendant zum bairischen "Oansa" und immerhin die Hausnummer des Lokals in der Högerstraße, diese Ziffer war nie angeschlagen. Zumindest nicht bis zu diesem Donnerstag. Dann nämlich stimmen der Countdown, der die verbleibenden Tage bis zur Eröffnung herunterzählt, und die Hausnummer überein. Am Freitag wird es schließlich losgehen: Betreiber Ann und Albert Numberger empfangen ihre erste Kundschaft, und zwar mit einem großen Weißwurstfrühstück.

Dass es Weißwurst zum Start gibt, ist nicht zufällig so, denn die Gerichte im Oansa sollen allgemein traditionell-bayerisch sein. "Keine Bowls und Chiasamen, sondern Wurstsalat und Brotzeit", sagt Albert Numberger. Täglich wird es ein wechselndes Mittagsgericht für unter zehn Euro geben - es soll für jeden Gast und jede Gästin erschwinglich sein. "Dass wir selbst mit einem solchen Konzept nicht reich werden, ist uns klar", sagt Ann Numberger, "aber wir wollen einfach etwas Gutes erschaffen." Zu jenem Guten soll dann auch das jeden Freitag von zehn bis 14 Uhr stattfindende Weißwurstfrühstück gehören - für Albert Numberger eine Herzensangelegenheit, denn er selbst ist großer Fan davon.

Café-Neueröffnung in Anzing: Eigentlich ist schon alles fertig für die Eröffnung am Freitag. Fast zumindest.

Eigentlich ist schon alles fertig für die Eröffnung am Freitag. Fast zumindest.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Bereits einige Tage vor der Eröffnung duftet es schon nach frischem Kaffee, die Getränkekühlschränke sind mit Bier und Limonade aufgestockt. Auf den Holztischen liegen allerlei Dekoartikel wie Windlichter und Tischläufer. Auf den Holzstühlen und -bänken wurden liebevoll bunte Kissen drapiert. Die Wände sind mit historischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen der angrenzenden Kirche geschmückt, während die großen Fenster den Raum hell und freundlich machen. Eigentlich lassen nur noch ein paar Kartons darauf schließen, dass bis zur Eröffnung wohl doch noch ein bisschen gewerkelt werden muss. Dann werden auf dem Tresen auch Kuchen stehen - bis auf Torten möchte Ann Numberger alles selbst backen.

Café-Neueröffnung in Anzing: Bilder wie diese historische Ansicht des Anwesens mit der angrenzenden Kirche im Hintergrund, sind an den Wänden des Cafés zu finden.

Bilder wie diese historische Ansicht des Anwesens mit der angrenzenden Kirche im Hintergrund, sind an den Wänden des Cafés zu finden.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Ursprünglich ist das Gemeindecafé einmal auf Wunsch der Anzingerinnen und Anzinger selbst entstanden, die einen Ort der Begegnung forderten. Anfang April 2015 wurde nach langjähriger Planung schließlich das Seniorenzentrum mit Gemeindehaus eröffnet und damit auch das Café. Nach mehrmaligem Pächterwechsel steht der bevorstehenden Neueröffnung am 1. März nun nichts mehr im Wege, auch wenn es laut Albert Numberger einen anfänglichen "bürokratischen Wahnsinn" gab: Ursprünglich war das Café durch das angrenzende Seniorenheim nur als Teeküche gedacht, nicht als gastronomischer Betrieb. Deshalb mussten die Numbergers erst einmal allerlei Papierkram bewältigen, zum Beispiel zum Brandschutz. Glücklicherweise hätten Gemeinde und Landratsamt sie dabei sehr unterstützt, erzählen die Wirte.

Im Ort sind die Numbergers bekannt für ihre Gastfreundschaft und legendären Partys

Seit 17 Jahren sind Ann und Albert Numberger bereits ein Paar. Mit der Eröffnung des Cafés erfüllen sich die beiden den Wunsch nach Abwechslung im Beruf. Ursprünglich kommt Ann Numberger aus der Nähe von Zürich, für ihren Mann ist sie schließlich nach Anzing gezogen. "Wohlgefühlt habe ich mich hier direkt", sagt sie. Kennengelernt haben sich die beiden im Internet beim Billardspielen. Immer wieder haben die beiden auf der Online-Plattform miteinander geschrieben, ohne die Stimme oder das Gesicht des jeweils anderen zu kennen. Mehr als zwei Jahre ging das so, bis Albert Numberger alle Mitglieder des Forums zu einem Treffen zu sich nach Anzing einlud. Der Rest ist Geschichte.

Als gelernte Fleischereifachverkäuferin hat Ann Numberger im Umkreis von Anzing einige Jahre in verschiedenen Metzgereien gearbeitet, bis sie irgendwann gemerkt hat, dass ihr die Abwechslung im Job fehlte. "Es war jeden Tag das Gleiche", sagt sie. "Ich habe mich wie in einem Hamsterrad gefühlt." In dem eigenen Café nun könne sie sich kreativ ausleben und alle ihre gelernten Fähigkeiten vereinen. So habe sie in den Metzgereien einiges über das Zubereiten von Kanapees und den Partyservice im Allgemeinen gelernt. Außerdem sind sie und ihr Mann im gesamten Dorf für ihre Gastfreundschaft und legendären Partys bekannt, wie sie selbst sagen. "Wir sind nun mal die geborenen Gastgeber und haben gerne Leute um uns", so Albert Numberger.

Café-Neueröffnung in Anzing: Sogar an eigene Bierfuizl für ihr "Oansa" haben die Wirtsleute gedacht.

Sogar an eigene Bierfuizl für ihr "Oansa" haben die Wirtsleute gedacht.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Andere um sich haben, ratschen und Gemeinschaft, dafür soll das Oansa stehen. Dabei ist Ann Numberger besonders der soziale Gedanke wichtig, denn viel ältere Menschen würden sich alleine nichts mehr kochen. "Bei uns bekommen sie jeden Tag etwas Warmes wie Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat, und können sich dann auch noch austauschen." Die Lebensmittel dafür kaufen die beiden regional ein, das Bier kommt aus der Brauerei Wildbräu aus Grafing. "Die Transportwege sollen so kurz wie möglich sein", sagt die Wirtin.

Bedenken, dass ihr Café nicht erfolgreich sein könnte, haben die beiden nicht. "Wir werden für alles eine Lösung finden und an unseren Aufgaben wachsen", ist Albert Numberger sicher.

Das Café "Oansa", Högerstraße 1 in Anzing, hat geöffnet montags, dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 13 Uhr sowie von 14.30 bis 17 Uhr, jeden Dienstag sogar bis 21 Uhr, an den Wochenenden durchgehend von 10 bis 17 Uhr. Mittwoch ist Ruhetag.

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