Die historische Altstadt:Henker, Hexen und Huren

München ist stolz auf das saubere Herz seiner Weltstadt, doch das war nicht immer so. Im Mittelalter sollen sich hier Henker, Hexen, Huren und andere düstere Gestalten getroffen haben.

Anna Fischhaber

6 Bilder

Die historische Altstadt: Sendlinger Tor

Quelle: SZ

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Wer den historischen Kern der Altstadt durch das Sendlinger Tor - eines der drei erhaltenen Tore der weitgehend verschwundenen Stadtbefestigung - betritt, sieht rechts die Blumenschule. Hier war - isoliert von anderen Häusern als letztes Gebäude innerhalb der Stadtmauern - bis 1843 das Zuhause des Münchner Henkers, in dem auch eine Spielhölle und ein Bordell untergebracht waren.

Foto: Wikipedia, unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation, Größe 459 x 344 Pixel, jpeg) Urheber: Anonym, übergeben durch Wolfgang Sauber

Die historische Altstadt: Fausttürmchen

Quelle: SZ

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Direkt hinter dem Henkerhaus ragte das Fausttürmchen aus der Stadtmauer, um das sich viele Sagen ranken. Wenn ein Unschuldiger in München hingerichtet wurde, soll die Faust auf der Spitze des Turms - die heute noch im Stadtmuseum besichtigt werden kann - unheimlich rot geglüht haben. An der Haustür des Henkers waren dumpfe Faustschläge zu hören.

Foto: Typisch München; Stadtmuseum

Die historische Altstadt: St. Michael

Quelle: SZ

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Zu den Aufgaben des Henkers gehörte auch die Hexenverfolgung: Als beim Bau der Jesuitenkirche St. Michael in der Neuhauser Straße der Turm 1590 einstürzte, sollen bald die Hexen in Verdacht geraten sein: Zwar wurde bei den Hexenverfolgungen in München nie direkt auf den Einsturz des Turmes verwiesen, doch noch im selben Jahr kam es zu einem Hexenprozess in der Residenzstadt.

Foto: SZ

Die historische Altstadt: Mariensäule

Quelle: SZ

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Die Mariensäule versinnbildlicht die Ängste der Menschen im Mittelalter: Die Putti zeigen den Kampf mit vier als Tieren dargestellten Menschheitsplagen. Der Löwe verkörpert den Krieg, der Basilisk die Pest, eine Schlange den Unglauben und ein Drache den Hunger. Mit jahrelangen Missernten und Hungersnöten nahmen wohl auch die Hexenprozesse in der Stadt zu.

Foto: Fischhaber

Die historische Altstadt: Altes Rathaus

Quelle: SZ

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Am westlichen Ende des Marienplatzes wurde 1477 das Alte Rathaus fertig gestellt. Im nördlichen Teil von Keller und Erdgeschoss befand sich das städtische Gefängnis, in dem so mancher Verbrecher auf seine Hinrichtung wartete. Gleich daneben, wo heute das Beck-Kaufhaus ist, sollen zur Volksbelustigung Vierteilungen und andere Folterungen stattgefunden haben.

Foto: Wikipedia, unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation, Größe 459 x 344 Pixel, jpeg) Urheber: Dominik Hundhammer

Die historische Altstadt: Platzl

Quelle: SZ

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Etwa zur selben Zeit wurde in München das Frauenhaus geschlossen. Eine zeitlang blühte das Rotlichtmilieu am Platzl wieder auf, was die Spider Murphy Gang im "Skandal im Sperrbezirk" besingt. Mit der Olympiade 1972 war jedoch in der sauberen Weltstadt mit Herz kein Platz mehr für Rosi und ihre Kolleginnen. Und auch auf Henker und Hexen trifft man heute nur noch selten in der Münchner Altstadt.

Foto: Annette Altenbockum "Das Münchner Hofbräuhaus", Prestel Verlag

(sueddeutsche.de)

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