Stromausfall und seine Folgen "Kein Wecker, kein Kaffee, kein Licht"

Um Punkt sieben Uhr gingen in mehreren Stadtteilen Münchens die Lichter aus, erst eine halbe Stunde später wird die Versorgung vielerorts wiederhergestellt. In Aubing allerdings mussten die Menschen zunächst im Dunkeln ausharren.

11:30 Uhr

Die MVG berichtet nun, es seien vor allem U- und Trambahnen betroffen gewesen. Das Hauptaugenmerk habe auf den im Tunnel stehen gebliebenen U-Bahnzügen gelegen, heißt es in einer Mitteilung. Und MVG-Chef Herbert König sagt: "Unsere Fahrgäste haben sich trotz der massiven Einschränkungen sehr geduldig verhalten." Kein Wunder, meint ein Journalistenkollege: "Die Münchner sind Verspätungen ja gewohnt." Der U-Bahnhof Hauptbahnhof sei zeitweise abgesperrt gewesen, um einer Überfüllung vorzubeugen, berichtet die MVG weiter. Zudem steckten wohl mehrere Fahrgäste in den Aufzügen fest. Panik sei jedoch nicht ausgebrochen, sie konnten rasch durch Mitarbeiter der U-Bahnwache befreit werden.

11:21 Uhr

Durch den Blackout blieben U- und S-Bahnen mitten auf der Strecke stehen, es kam zu enormen Verspätungen. Außerdem fielen zahlreiche Ampeln aus, auf den Straßen herrschten chaotische Zustände. Der Flughafen München blieb dagegen von dem Stromausfall verschont, teilt die Pressestelle mit. Die Flugzeuge konnten normal starten und landen. Das einzige Ärgernis hier: die verspätet eintreffenden S-Bahnen.

11:12 Uhr

Zahlreiche Redakteure von Süddeutsche.de und der Süddeutschen Zeitung waren von dem Stromausfall betroffen. Wecker haben nicht geklingelt, gefrühstückt wurde bei Kerzenschein, für die Kleinkinder konnte die Milch nicht warm gemacht werden.

Kollege Thomas Hummel berichtet: "Ich bin über den Max-Weber-Platz mit dem Radl gefahren, da fielen die Ampeln aus. Es war herrlich. Die Autos, Radfahrer und Fußgänger haben sich wie in Sizilien aneinander vorbeigeschlängelt, jeder kam schneller voran als sonst. Ein Chaos, das keine Verlierer kannte und gegenseitige Aufmerksamkeit forderte. Ein Plädoyer dafür, mindestens die Hälfte aller Ampeln im Stadtgebiet abzubauen!" Renate Winkler-Schlang hat sich heute Morgen trotz Stromausfalls wie gewohnt unter die Dusche gestellt, sie erzählt: "Ich gehöre zu den Doofen, die sich darüber gefreut haben, dass das Wasser noch warm aus der Dusche kommt - und dann staunten, dass auch ein Föhn Strom braucht." Katja Riedel berichetet, sie lag im Bett und wunderte sich, dass der Wecker sie noch immer in Ruhe lässt, obwohl sie sich schon so herrlich ausgeschlafen fühlt. "Doch dann sah ich plötzlich, dass die Anzeige blinkte - ohne Zeitangabe. Und das iPhone zeigte, dass ich um zwei Stündchen verschlafen habe."

10:57 Uhr

Die Stadtwerke München geben eine neue Pressemitteilung heraus. Darin heißt es jetzt: Der Stadtteil Aubing, der am längsten von dem Blackout betroffen war, ist inzwischen wieder vollständig mit Strom versorgt. Auch in der Stadt Moosburg geht seit 10:14 Uhr die Stromversorgung wieder.

10:47 Uhr

Auch Kollege Sascha Gorhau bekam die Folgen des Stromausfalls zu spüren, er gewinnt dem Blackout jedoch auch positive Seiten ab. Er berichtet: "Nächste U6 in 47 Minuten. Pünktlich zur Arbeit. Aber ein Bus, der fährt bestimmt, der braucht schließlich keinen Strom. Schade, dass diese Erkenntnis nicht exklusiv ist. Nach 20 Minuten Warten an der Bushaltestelle und nachdem bereits der dritte Bus komplett überfüllt an den Wartenden vorbeigerauscht ist, kommt mein Deus ex Machina. Ein Mann fährt mit seinem Auto an der Haltestelle vorbei, hält mitten auf dem Mittleren Ring, lässt die Scheibe herunter und fragt: "Will jemand mitfahren?" Ich steige einfach ein. Die anderen Frierenden sind mir in dem Moment egal.

Christoph heißt der Mann, er hat gar kein eigenes Auto, aber nimmt an einem Carsharingprogramm teil. Als er hörte, dass es ein S-Bahn-Chaos gibt, hat er sich einen Wagen genommen und fuhr los. Und rettet damit meinen Morgen. Ich bin trotzdem zu spät zur Arbeit gekommen. Dafür glaube ich jetzt ein bisschen mehr an das Gute im Menschen. Danke, Christoph.

10:35 Uhr

Die Feuerwehr München musste am Donnerstagmorgen insgesamt 50-mal ausrücken. "In 25 Fällen mussten wir Personen, die in Fahrstühlen gefangen waren, befreien", sagt ein Sprecher. Desweiteren seien am Morgen viele automatische Brandmeldeanlagen angegangen. "Aufgrund der Stromschwankungen ging der Alarm los und wir mussten ausrücken und nachschauen, ob es brennt", so der Sprecher. Zur Ursache des Stromausfalls will die Feuerwehr bislang nichts sagen. Der Sprecher bestätigt nur, dass in einem Umspannwerk in der Elektrastraße drei Isolatoren explodiert waren und es zu Rauchentwicklung gekommen war.

10:26 Uhr

Auch das Münchner Rathaus war zwischen sieben und 7:30 Uhr vom Stromausfall betroffen. "Aus drei Aufzügen mussten Leute herausgeholt werden", berichtet Pressesprecher Stefan Hauf. Zudem habe es Probleme mit der Heizung und anderer Haustechnik gegeben, die man aber schnell in den Griff bekommen habe. Oberbürgermeister Christian Ude hat von dem Blackout im Rathaus nichts mitbekommen - er ist wegen Auswärtsterminen heute nicht in seinem Büro.

10:24 Uhr

Bei den Stadtwerken München (SWM) gibt es nun endlich Details zum Blackout: "Heute Morgen um Punkt 7 Uhr gab es einen großflächigen Stromausfall in München. Davon betroffen waren rund 450.000 Kunden in der südlichen Hälfte des Stadtgebiets", heißt es in einer Meldung. Die Polizei hatte zuvor davon gesprochen, dass das gesamte Stadtgebiet betroffen gewesen sei. Laut SWM seien bereits um 7:35 Uhr die meisten Stadtbezirke wieder versorgt gewesen, um acht Uhr hatten alle Haushalte wieder Strom. Um 8:04 Uhr gab es dann aber einen weiteren kleinen Ausfall. Diesmal im Bereich Bogenhausen und Aubing. Bogenhausen ist inzwischen wieder vollständig versorgt, in Aubing wird die Versorgung derzeit wieder aufgebaut. Noch ohne Strom ist nur die Stadt Moosburg, etwa 50 Kilometer von München entfernt.

10:15 Uhr

Auch auf der Facebook-Seite von SZ München tauschen sich User über den Stromausfall aus. Bernhard Dirnberger schreibt: "Ich dachte, das gibt's nur in New York.
" Paul Schmidt beklagt, direkt an der Kaffeemaschine habe ihn der Stromausfall erwischt: "Worst Case
." Tonia Loba berichtet: "Morgens kein Wecker, kein Kaffee, kein Licht im Klo, das Kind findets total lustig, ich brauch mein Kaffee, alle Nachbarn hängen an den Fenstern mit Telefonen, ich brauch verdammt mein Kaffee :) Und dann wird mir wieder mal bewusst, wie gut es uns geht." Ähnliches hat Karin Ertl erlebt: "Die Kinder haben sich gefreut wie Schnitzel, weil sie mit Kerze und Taschenlampe unterwegs sein konnten, es war aufregend, auch rauszufinden, was jetzt alles nicht geht. Als der Strom wieder da war, waren sie traurig und sagten: Schade, dass der Stromausfall wieder vorbei ist."


10:06 Uhr

Noch immer ist nicht klar, was die Ursache für den Stromausfall ist. Einige Falschmeldungen habe es bereits gegeben, so die Polizei. Der Sprecher sagt noch einmal: Die wahrscheinlichste Ursache ist derzeit ein technischer Defekt in einem Umspannwerk in Unterföhring. Demnächst soll es eine Pressemitteilung von den Stadtwerken mit weiteren Details geben.

10:02 Uhr

Auch das Klinikum rechts der Isar war vom Stromausfall betroffen. Gegen sieben Uhr sei der Strom im Krankenhaus für 19 Minuten ausgefallen, berichtet die Pressestelle auf Anfrage von Süddeutsche.de. Die Notstromversorgung sei aber innerhalb von 15 Sekunden angesprungen, deswegen sei es nicht zu Zwischenfällen gekommen. "Einige lebenswichtige Systeme funktionieren auch mit Batterie", sagt die Sprecherin. Patienten seien nicht zu Schaden gekommen.

09:56 Uhr

Das ganze Stadtgebiet war morgens von dem Blackout betroffen, sagt ein Sprecher der Münchner Polizei auf Anfrage von Süddeutsche.de. Und nicht nur Wohnhäuser blieben im Dunkeln, auch alle Ampeln seien ausgefallen, die U-Bahn blieb stehen. Alle verfügbaren Beamten seien an Kreuzungen im Einsatz - und die berichten: Mehr Unfälle als sonst hat es nicht gegeben. Aktuell sei der Strom fast überall wieder da - nur in Aubing scheint es noch Probleme zu geben. Dort gab es um 9:13 Uhr immer noch keinen Strom, berichtet der Sprecher.

09:43 Uhr

Auf Twitter nehmen die Münchner den Stromausfall gelassen hin. @Luk155 schreibt: "#Stromausfall verpennt, weil der Wecker nicht geklingelt hat. Merke: Zurück zur Handywecker-Backup Strategie!" Kollege Tobias Dorfer meint: "40 Minuten für den Weg ins Büro. Geht ohne #Stromausfall auch nicht wirklich schneller." Viele Büros und Firmen scheinen dagegen noch mit den Folgen des Stromausfalls zu kämpfen: "Dass die gesamte Arbeit bei uns im Verlag zum Erliegen kommt, weil wir keinen Webzugang haben, ist scary...", schreibt @JoachimGraf. Währenddessen hat @83nD1X beobachtet: "Verkehr bei ausgefallenen Ampeln wird mittlerweile von Zivilpersonen in Warnwesten geregelt." Und @Brandungskieker macht einen kreativen, wenn auch nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag: "Alle MVG-Mitarbeiter im Ruhestand an die Hometrainer!"

09:34 Uhr

(Foto: dpa)

Betroffen von dem Stromausfall waren am Morgen Zehntausende Berufspendler. Die S-Bahn auf der vielbefahrenen Stammstrecke zwischen Ostbahnhof und Hackerbrücke stand etwa eine halbe Stunde lang still. Der S-Bahn-Verkehr normalisierte sich nur langsam. Nach Auskunft der Deutschen Bahn kam es auch nach dem Ende des Stromausfalls noch zu Verspätungen von bis zu 30 Minuten. Mittlerweile hat sich das Chaos etwas beruhigt.

09:32 Uhr

Auch in Untergiesing bleibt am Morgen immer wieder der Strom weg. Für Sekunden ist das Licht aus, dann geht es wieder an. Zahlreiche Ampeln sind ausgefallen, am Giesinger Berg hat sich ein Stau gebildet.

09:32 Uhr

Durch den Stromausfall waren zahlreiche Ampeln ausgefallen. Die meisten funtionieren mittlerweile wieder, die Lage auf den Straßen hat sich ein wenig entspannt. An der Ecke Richard-Strauss-Straße/Stuntzstraße in Bogenhausen ist die Ampel noch nicht wieder in Betrieb. Es bilden sich lange Schlangen, Autofahrer hupen.

08:56 Uhr

Am Bürgertelefon der Polizei hieß es noch, eine Explosion im Umspannwerk Nord sei die Ursache für den Stromausfall. Ein Sprecher der Stadtwerke München wollte dies im Gespräch mit Süddeutsche.de aber nicht bestätigen. "Wir arbeiten derzeit daran, dass alles wieder läuft, um die Ursachen kümmern wir uns später", sagte er. Betroffen von dem Ausfall sei vor allem der Münchner Süden gewesen. Zur Stunde sei das Netz aber "weitgehend wiederhergestellt".

08:54 Uhr

Betroffen waren ersten Meldungen zufolge die Innenstadt, Schwabing, Laim, Pasing, Lehel, Giesing, Sendling, Riem, Berg am Laim und Solln und damit beinahe die gesamte Landeshauptstadt. Auch in Oberföhring gingen die Lichter aus. Augenzeugen berichteten, dass sogar in Moosburg - etwa 50 Kilometer nordöstlich von München - der Strom zwischenzeitlich ausgefallen sei.

08:48 Uhr

SZ-Reporterin Susi Wimmer berichtet, dass es im Umspannwerk Bogenhausen in der Elektrastraße eine Explosion gegeben habe. Ob die Explosion den Stromausfall ausgelöst habe oder umgekehrt, ist derzeit laut Feuerwehr unklar. Außerdem habe es in einem Umspannwerk im Vorort Unterföhring einen Brand gegeben.

08:08 Uhr

In Schwabing geht seit etwa 7:30 Uhr der Strom wieder. Doch um 8 Uhr gehen plötzlich noch einmal die Lichter aus, der Föhn schaltet sich ab. Nur wenige Sekunden später wird es wieder hell. 

07:03 Uhr

Der Donnerstag begann in großen Teilen Münchens mit einem Stromausfall. Um 7:01 Uhr gingen in mehreren Stadtteilen Münchens die Lichter aus, erst eine halbe Stunde später wurde die Versorgung wiederhergestellt. Als Grund für den Stromausfall gab die Münchner Polizei ein Problem im Umspannwerk Nord an.