Nachruf:Trauer um Yehuda Beilis

Nachruf: "Yudke gab die herzlichsten Umarmungen", erinnert sich ein Weggefährte an Yehuda Beilis.

"Yudke gab die herzlichsten Umarmungen", erinnert sich ein Weggefährte an Yehuda Beilis.

(Foto: Martin Schmid/Gedenken im Würmtal e.V.)

Der Holocaust-Überlebende ist am Dienstag im Alter von 95 Jahren in Israel gestorben.

Von Miriam Dahlinger, Dachau

Der Holocaust-Überlebende Yehuda "Yudke" Beilis ist tot. Er verstarb am Dienstagmorgen im Alter von 95 Jahren in Israel, wie der Verein "Gedenken im Würmtal" mitteilte. Beilis wurde 1927 in Kovno, Litauen, als jüngster von drei Söhnen geboren und im Oktober 1941 mit seiner Familie in das Ghetto von Kovno gebracht. Wenige Tage später überlebte er die Massenerschießungen an den Juden von Kovno. Beilis kehrte jedoch wieder in das Ghetto zurück und half dort als Jugendlicher dem Judenrat dabei, insgesamt 22 Kinder aus dem Ghetto in Sicherheit zu schmuggeln. Nach der Auflösung des Ghettos wurde er im Sommer 1944 mit seinem Bruder Yosef nach Dachau deportiert und musste als Zwangsarbeiter im Außenlager Kaufering arbeiten. Sein Bruder Yosef überlebte nicht.

Nach Kriegsende wanderte Beilis im Jahr 1946 nach Israel aus, wo er der israelischen Armee beitrat und im israelischen Unabhängigkeitskrieg kämpfte. Später engagierte sich Beilis in der Erinnerungsarbeit und gab regelmäßig Zeugnis über seine Erfahrungen während des Holocausts. "Yudke schaffte es dank seiner Lebensfreude und Herzlichkeit immer, Berührungsängste abzubauen und vor allem junge Menschen mit seiner Art zu erreichen", erinnert sich Martin Schmid vom Verein "Gedenken im Würmtal" an seinen langjährigen Freund. Beilis hinterlässt zwei Töchter, drei Enkelkinder und fünf Urenkel.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB