SZ-Adventskalender:Endlich wieder ruhig schlafen

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"Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung e.V."

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Francesco B. leidet darunter, dass er kein Bett für sich und seine Kinder hat. Der SZ-Adventskalender will ihm helfen

Von Christiane Bracht, Dachau

Es ist ihm sichtlich unangenehm: "Ich bin 50 Jahre und habe nichts", sagt Francesco B. bedrückt. Es war nicht immer so. Seit mehr als 30 Jahren lebt er mit seiner Familie in Deutschland. Francesco B. arbeitete immer: Mal für eine Securityfirma, dann für einen Lieferdienst oder auch als Lkw-Fahrer - meist im Bereich Logistik. "Ich habe gut Geld verdient", sagt er. Aber dann wurde sein Sohn krank, schwer krank. Die Sorge um ihn fraß und frisst die Familie fast auf. Oft standen sie hilflos daneben, immer sprangen sie ein, wenn es nötig war. Die Ersparnisse schmolzen dahin, bis sie schließlich gänzlich aufgebraucht waren. Seit Monaten ist der Sohn jetzt im Krankenhaus, die Lage scheint sich zu konsolidieren, doch sicher ist es nicht. Und so bleiben Kummer, Unruhe und die Befürchtung, dass es doch nicht besser wird.

Franceso B. (Name ist von der Redaktion geändert) ist unterdessen selbst krank geworden. Von einer Operation erholte er sich nicht mehr richtig, denn er kümmerte sich mehr um sein Kind als um sich selbst. So leidet er nun seit mehr als sieben Jahren an einer schweren Thrombose. Er kann nichts Schweres mehr tragen und muss beinlange feste Stützstrümpfe tragen, in der Hoffnung, dass seine Krankheit irgendwann einmal besser wird. Doch zu all den gesundheitlichen Sorgen und Schwierigkeiten haben sich seit Anfang des Jahres handfeste finanzielle Nöte dazugesellt.

Franceso B.s Job ist nämlich der Corona-Krise zum Opfer gefallen. Die Firma, in der er arbeitete, lieferte bei großen Events Catering-Utensilien. Doch seit März 2020 gibt es bekanntlich keine Events mehr. Lange war Francesco B. deshalb in Kurzarbeit, doch Anfang Januar konnte die Firma ihre Angestellten nicht mehr halten. Fast alle wurden entlassen. Jetzt lebt der Lkw-Fahrer von etwas mehr als 900 Euro im Monat - das Arbeitslosengeld wird am Kurzarbeiterlohn bemessen. Er kann sich nichts mehr leisten und das Mobiliar, an dem er schon früher gespart hatte, um seine vier Kinder zu unterstützen, vor allem den kranken Sohn, fällt buchstäblich auseinander. Francesco B. hofft nun auf Unterstützung des Adventskalenders für gute Werke von der Süddeutschen Zeitung.

Am liebsten würde er die Türen geschlossen halten und den Besucher nur in die Küche führen. Francesco B. schämt sich nämlich für seine Situation. Doch er zeigt bereitwillig die Schwachstellen in seiner Wohnung. Denn am Schlimmsten ist für ihn, dass die Kinder nicht mehr über Nacht bleiben können. Francesco B. ist geschieden. Die zwei Jüngsten kommen ihn gerne besuchen. Sein Kühlschrank ist voll auf die Kleinen eingerichtet. Alles, was sie mögen, ist da: Saft, Joghurt und noch mehr. Er kocht auch gerne für die Kinder, wenn sie aus der Schule kommen und Hunger haben. Aber zum Übernachten bräuchten sie eben eine Schlafgelegenheit - und die fehlt.

Francesco B. zeigt auf seine Couch. Es ist ein kleiner, sehr alter Zweisitzer. "Hier schlafe ich. Anders geht es nicht", sagt er. Ein besonders großer Mann ist Francesco B. nicht, aber man sieht es auf den ersten Blick: Die Couch ist viel zu klein. Er muss die Beine über die Lehnen hängen und den Kopf irgendwie mit Kissen einklemmen, um sich überhaupt dort hineinquetschen zu können. Allein die Vorstellung bereitet heftige Rückenschmerzen und Francesco B. hält sich bereits die Hand ins Kreuz. Seine kranken Thrombosebeine bräuchten endlich wieder eine ebene Liegefläche, damit sich sein Zustand bessern kann.

Im Nachbarraum steht ein großes Bett. "Das Bett", sagt er, "ist kaputt". Sein Vater habe es schon vor Monaten notdürftig mit Holzbalken zusammengeschraubt, doch es hält nicht mehr. Inzwischen kracht es jede Nacht, wenn er sich nur einmal umdreht, wieder zusammen. Der Rumms, mit dem der Lattenrost auf dem Boden landet, sei so laut, dass die Nachbarn sich schon mehrfach beschwert hätten. Nun traue er sich gar nicht mehr dort hinein, auch weil er dort nachts kaum Ruhe finden könne. Beim Erklären stößt er mit dem Ellenbogen an den Schrank hinter sich. Der beginnt mächtig zu wackeln - so sehr dass man Sorge hat, er könne gleich umfallen. Dabei hat Francesco B. schon versucht, die Seitenplanken notdürftig abzustützen, damit genau das nicht passiert.

Der SZ-Adventskalender will dem Vater helfen, ihm ein neues Bett, einen neuen Schrank und eine Schlafcouch spenden, damit seine Kinder wieder zu ihm kommen können, wenn sie es wollen und er sich nachts wieder erholen kann. Francesco B. versichert, dass er längst wieder auf Arbeitssuche ist. So soll es schließlich nicht weitergehen. "Das macht depressiv", sagt er. Vielleicht hat er also sehr bald schon einen neuen Job in Aussicht. Er jedenfalls ist zuversichtlich.

© SZ vom 30.06.2021
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