Karlsfelder See:Tödlicher Badeunfall

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Karlsfelder See: Trotz einer großangelegten Suche können die Einsatzkräfte den Mann nur noch tot bergen.

Trotz einer großangelegten Suche können die Einsatzkräfte den Mann nur noch tot bergen.

(Foto: Friso Gentsch/dpa)

Ein 82-Jähriger aus Altomünster kommt vom Schwimmen nicht zurück. Daraufhin startet am Karlsfelder See eine große Suchaktion, die tragisch endet.

Von Miriam Dahlinger, Dachau

In der Nacht zum Montag wurde aus dem Karlsfelder See eine Leiche geborgen. Der 82-jährige Mann wurde seit Sonntagnachmittag vermisst, nachdem er nicht vom Schwimmen zurückgekehrt war.

Laut einer Pressemitteilung der Polizei war diese am frühen Sonntagabend darüber informiert worden, dass am Karlsfelder See ein 82-Jähriger vermisst wird. Dieser hatte laut Aussagen von Angehörigen seine Wohnung in Altomünster gegen 10.30 Uhr verlassen, um zum Schwimmen zu fahren. Als er entgegen seiner ursprünglichen Planung nachmittags nicht wieder zurückkehrte, machten sich die Angehörigen zunächst selbst auf die Suche nach ihm. Sie fanden das abgestellte Auto des Vermissten auf dem Parkplatz des Sees, seine Kleidung und persönliche Sachen am Ostufer. Daraufhin verständigten sie die Polizei, die dies als einen deutlichen Hinweis darauf wertete, dass der Mann im See ertrunken war.

Die Polizei alarmierte laut einer Mitteilung der Wasserwacht Dachau um 21.48 Uhr die Integrierte Leitstelle mit einer Aufforderung zur Vermisstensuche. Taucher der Wasserwacht, Schnelleinsatzgruppen aus Dachau, Indersdorf, Neufahrn und Eching sowie der Feuerwehr Unterschleißheim suchten die vermutete Schwimmstrecke ab. Zudem suchte das THW Dachau mittels Sonar den nördlichen Seebereich ab. Die Feuerwehr Karlsfeld sowie ein Hubschrauber der Polizei waren im Ufer- und Flachbereich des Sees im Einsatz.

Die Wasserwacht bittet die Badegäste bei den extremen Temperaturen zu besonderer Vorsicht

Nach etwa zwei Stunden intensiver Suche meldete der Tauchtrupp kurz nach Mitternacht den Fund des leblosen Schwimmers in der Nähe des gegenüberliegenden Westufers. Leider konnte der Vermisste nur noch tot geborgen werden.

Laut Oliver Welter von der Wasserwacht lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nur darüber spekulieren, warum der Mann untergegangen ist. Möglich sei aber, so Welter, dass der Senior einen Schwächeanfall gehabt und nicht nach Hilfe gerufen habe. Der See sei am Wochenende extrem voll gewesen, im "Gewusel im Wasser" hätten vermutlich weder andere Badegäste noch die Wasserwacht am gegenüberliegenden Ufer die Not des Mannes erkennen können. Die Wasserwacht weist zudem darauf hin, dass die extremen Temperaturen der vergangenen Tage eine erhebliche Belastung für den Körper darstellen und bittet die Badegäste um besondere Vorsicht. So sollten Schwimmer wenn möglich nicht alleine im See schwimmen gehen oder eine geeignete Auftriebshilfe mitnehmen.

Die weiteren Ermittlungen zur Klärung des Falls wurden von der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck übernommen. Hinweise auf Fremdverschulden ergaben sich nach Angaben der Polizei bisher aber nicht.

Bereits am Wochenende zuvor war es im Karlsfelder See zu drei Badeunfällen gekommen: In zwei Fällen waren die Betroffenen dank aufmerksamer Badegäste mit dem Schrecken davon gekommen, ein weiterer Mann musste bewusstlos ins Universitätsklinikum Großhadern gebracht werden.

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:Schwimmer aus fünf Metern Tiefe geborgen

Die Wasserwacht am Karlsfelder See rettet den Leblosen, kann ihn reanimieren. In kritischem Zustand wird er ins Universitätsklinikum Großhadern geflogen. Zwei weitere Unfälle verlaufen dank aufmerksamer Badegäste glimpflicher.

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