Dachau:Wir sagen nichts

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Die Grünen wollen Auskunft über die Umzugspläne des TSV 1865 und erhalten aus der Stadtverwaltung nur dünne Antworten.

Von Walter Gierlich

Dachau: Das Sportgelände an der Alten Römerstraße in Dachau-Ost soll von der Stadt verkauft werden, um den Umzug des TSV 1865 zu finanzieren.

Das Sportgelände an der Alten Römerstraße in Dachau-Ost soll von der Stadt verkauft werden, um den Umzug des TSV 1865 zu finanzieren.

(Foto: joergensen.com)

Der geplante Umzug des TSV 1865 Dachau von seinem beengten Gelände an der Jahnstraße auf die östliche Seite der Theodor-Heuss-Straße beschäftigt die Stadträte intensiv, wirft das Vorhaben doch eine Menge Fragen auf. Immerhin sind im städtischen Haushalt 2014 und der Finanzplanung bis 2016 insgesamt 15 Millionen Euro vorgesehen, mit denen die Kommune den Umzug fördern soll, ohne dass die Stadträte bisher Details der Planungen kennen. Die Fördersumme soll durch den Verkauf des Sportgeländes aufgebracht werden, das einst der aufgelöste SSV Dachau-Ost genutzt hatte.

Einen ganzen Fragenkatalog zu dem Themenkomplex hatte Grünen-Fraktionschef Thomas Kreß vor gut vier Wochen an die Stadtverwaltung geschickt, in dem er Auskunft über Details der Umsiedlung verlangte. Über das Ergebnis, das er nun erhalten hat, ist er enttäuscht: "Die Antworten fallen schon recht dünn aus. Hier wären bessere Antworten möglich gewesen, aber anscheinend will man gar nicht wirklich informieren, da doch die Mehrheiten vorhanden sind."

Konkrete Zahlen bekommt Kreß immerhin auf seine beiden ersten Fragen, in denen er nach der Größe der Flächen des TSV 1865 an der Jahnstraße und des ehemaligen SSV an der Alten Römerstraße fragt. Das Stammgelände des TSV hat eine Fläche von 37 100 Quadratmetern, das Areal in Dachau-Ost umfasst sogar 67 200 Quadratmeter. Doch unzufrieden ist der Grünen-Fraktionssprecher mit der Antwort, ob auf dem Gelände des SSV Altlasten bekannt oder zumindest vermutet werden: Verdachtsflächen seien derzeit nur im Bereich der Parkplätze vorhanden, teilte ihm die Stadtverwaltung mit. Weil jedoch nördlich und westlich der Sportplätze ebenfalls Altlasten vermutet werden, "könnte im Falle einer Nutzungsänderung eventuell die Einholung eines Bodengutachtens sinnvoll sein", heißt es weiter. Für Kreß heißt das, "es kann sich schon noch was finden".

Was mit der Taekwondo-Halle, der Tennishalle und der Gaststätte "Zum Römer", die auf dem Areal in Dachau stehen, geplant ist, wüsste Kreß auch gerne. "Die Gebäude stehen auf Grundstücken, deren Veräußerung grundsätzlich möglich ist", lässt das Bauamt den Grünen-Stadtrat wissen. "Das ist keine Antwort auf meine Frage, was im Rahmen der Umsiedlung geplant ist, außer es wird bei Bedarf verkauft und abgerissen."

Ebenfalls unzufrieden ist er mit der Antwort auf die Frage, wann ein Lärmgutachten bezüglich der Belastungen durch die Jahnhalle erstellt worden sei und wo es vorliege. Die Stadtverwaltung habe darüber keine Informationen, Ansprechpartner sei der Eigentümer, also der Sportverein 1865 Dachau. Für Kreß ist das "eine sonderbare Nichtantwort". Schließlich betonten Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) und das Bauamt stets, "dass aus Lärmemissionsgründen kein Neubau der Jahnhalle möglich ist". Befremdet ist Kreß von der stets gleich lautenden Antwort auf Fragen nach den Grundstückskäufen für das neue Sportgelände. Ansprechpartner sei der TSV Dachau 1865. Für den Grünen-Fraktionschef heißt das: "Wir wollen nichts sagen."

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