Festakt im Rathaus:Energiebündel für die Gemeinschaft

Festakt im Rathaus: Die Silberne Bürgermedaille der Stadt Dachau erhalten (von links) Manfred Huber, Heinz Riedlbeck, Brigitte Fiedler, Angela Schäffler, Eva Behling, Fabian Handfest und Michaela Zachmann. Oberbürgermeister Florian Hartmann (rechts) gratuliert.

Die Silberne Bürgermedaille der Stadt Dachau erhalten (von links) Manfred Huber, Heinz Riedlbeck, Brigitte Fiedler, Angela Schäffler, Eva Behling, Fabian Handfest und Michaela Zachmann. Oberbürgermeister Florian Hartmann (rechts) gratuliert.

(Foto: Toni Heigl)

Oberbürgermeister Florian Hartmann zeichnet sieben Dachauerinnen und Dachauer mit der Silbernen Bürgermedaille aus. Eingeführt wurde das Schmuckstück vor 50 Jahren, um herausragendes bürgerschaftliches Engagement zu ehren.

Von Andreas Förster, Dachau

Während am Nikolaustag die Kinder vor der Bühne des Dachauer Christkindlmarkts zu "Jingle Bells" tanzen, spielt nur einige Meter weiter im Rathaus Stadtrat Robert Gasteiger auf der Zither "Im Woid is so staad", begleitet wird er von Sigi Heigl an der Gitarre. Im Alten Sitzungssaal ist fast der gesamte Stadtrat versammelt, um sieben Dachauerinnen und Dachauer zu ehren. Die Bürgerehrung ist auch für Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) immer einer der schönsten Termine im Jahr, wie er sagt: "Um denjenigen Danke zu sagen, die sich ehrenamtlich ganz besonders für ihre Mitmenschen und ihre Heimatstadt einsetzen."

Der Tausendsassa

Die meisten haben sich die Ehrung durch jahrzehntelangen Einsatz zum Wohle der Stadt und im Dienste der Allgemeinheit verdient. Doch es gibt auch Leute, die schon in sehr jungen Jahren Außergewöhnliches leisten, wie Fabian Handfest. Der stets selbstbewusst auftretende 22-Jährige war von 2019 bis 2022, obwohl noch gar nicht lange Mitglied, Sprecher des Dachauer Jugendrats. Seit 2018 engagiert er sich zudem im Jugend- und Kulturzentrum Freiraum, seit vier Jahren als Vorstandsmitglied. Außerdem ist er seit zwei Jahren Sprecher des Vereins "Runder Tisch gegen Rassismus Dachau". Hinzu kommt sein Einsatz als Ferienbetreuer für den Kreisjugendring und die Stadt sowie das Engagement im Organisationsteam des Kult-Festivals, wo er dieses Jahr die technische Leitung innehatte. Man kann nur staunen, wo der junge Mann die Zeit und die Energie für all diese Aufgaben hernimmt.

Die Netzwerkerin

Eva Behling engagiert sich seit 2010 als Quartiersbeirätin im städtebaulichen Förderprojekt "Soziale Stadt Dachau-Ost". Im Bürgertreff-Ost e.V. veranstaltet sie zudem Kunstausstellungen, Spiele-, Musik- und Filmabende, Hobbymärkte, Sommerfeste, schreibt Artikel für die beliebte Quartierszeitung Ost-Post und organisiert jede Woche gesellige Zusammenkünfte für die Senioren in der Nachbarschaft. Darüber hinaus war sie 15 Jahre lang Handballtrainerin beim TSV 1865 Dachau, Lesepatin und Hausaufgabenbetreuerin und hilft seit mehr als zehn Jahren in der Stadtbücherei Dachau-Ost aus.

Die Botschafterin

Brigitte Fiedler betreut seit ihrer Ausbildung zur Referentin in der KZ-Gedenkstätte Dachau Besuchergruppen an der Gedenkstätte. Seit 2003 ist sie auch Dachauer Gästeführerin und, so Hartmann, "damit eines der Aushängeschilder für die Stadt". Seit zehn Jahren fungiert sie als Vorsitzende des Vereins Dachauer Gästeführer. Die zweite Vorsitzende, Rosemarie Schreiner, nennt Fiedler den "Motor unseres Vereins, der mit neuen Ideen immer wieder die Möglichkeiten belebt, Dachau zu erkunden."

Der Meister der Geselligkeit

Manfred Huber wurde in seiner Funktion als Vorsitzender des Sparvereins Dachau geehrt. Unter seiner Leitung wuchs der Verein seit 2018 von 68 Mitglieder auf nunmehr 215 an und sei nun, so Hartmann in seiner Rede, "ein höchst beliebter und hochgeschätzter Faktor im Dachauer Gesellschaftsleben". Mit Manfred Hubers Auftreten, seinen Ideen und Veranstaltungen sei der Verein bei Jung und Alt so beliebt, dass der Vorstand einen Aufnahmestopp beschließen musste, um die von den Mitgliedern so geschätzte Atmosphäre zu bewahren. Hubers Stellvertreter Armin Prediger ergänzt: "Durch ihn wurde der Verein rundum neu geboren und ist heut ein aller Munde."

Das wandelnde Notenbuch

Heinz Riedlbeck kam, wie Manfred Huber, in Dachauer Tracht. Stilecht mit Hut, den er während der Zeremonie auch nicht abnahm - wie es sich für einen echten Ampertaler gehört. Der 80-Jährige ist Ehrenmitglied des Volkstrachtenerhaltungsvereins "D'Ampertaler" und seit Jahrzehnten dessen musikalisches Aushängeschild. "Kaum ein Vereinsabend oder Hoagartn ging ohne seine Musik über die Bühne", sagte Hartmann, auch bei vielen Volkstanzkursen im Landkreis habe er mit seiner Quetschn aufgespielt. Der Vorsitzende der Ampertaler, Markus Erhorn, nannte ihn ein "wandelndes Notenbiache", also Notenbüchlein. Für sein herausragendes Engagement für den Erhalt der Volksmusik hat Heinz Riedlbeck 2012 das Gauehrenzeichen in Gold des Bayerischen Heimat- und Volkstrachtenvereins Isargau erhalten.

Die gute Seele des Vereins

Angela Schäffler ist 1979, als damals erst Fünfjährige, dem Schützenverein Frohsinn Udlding beigetreten. Sie ist seit 44 Jahren aktive und erfolgreiche Schützin, seit 1987 ist sie durchgehend im Vorstand. Als rechte Hand des Schützenmeisters organisiert sie seit vielen Jahren die Treffen mit dem Patenverein aus der Partnerstadt Klagenfurt, die im jährlichen Wechsel stattfinden. Ebenso organisiert sie den jährlichen Schützen- und Trachtenball für alle Dachauer Schützen- und Trachtenvereine. Hartmann bezeichnete sie als "die gute Seele von Frohsinn Udlding".

Die Zeremonienmeisterin

Michaela Zachmann ist an diesem Abend die letzte Geehrte, was an ihrem Nachnamen liegt, da Hartmann die Auszeichnungen in alphabetischer Reihenfolge vornahm. Seit 2011 erste Vorsitzende der Faschingsgesellschaft Dachau, ist sie jetzt schon wieder mit der Organisation Dutzender Faschingsbälle beschäftigt. Das bedeute, so der OB: Auftritte koordinieren, Kleider anschaffen, anpassen, Prinzenpaare betreuen, ebenso wie das Gardepersonal und den Hofstaat. "Michaela Zachmann ist nichts weniger als der Dreh- und Angelpunkt des Vereins", versicherte Hartmann. Als bekennender Anhänger des Dachauer Faschings und Gast bei fast allen großen Bällen darf Hartmann "Micha" zu ihr sagen.

Nach der Bürgerehrung lädt die Stadt Dachau alle Anwesenden, die Stadträte und die frisch mit der Silbernen Bürgermedaille ausgezeichneten Bürgerinnen und Bürger zum Festessen in die Kulturschranne ein. Ins Leben gerufen wurde die Bürgerehrung 1968 auf Initiative des damaligen Dachauer Oberbürgermeisters Lorenz Reitmeier. Fünf Jahre später beschloss der Stadtrat, eine Medaille gestalten zu lassen und den Geehrten zu überreichen. In diesem Jahr ist sie zum 50. Mal verliehen worden.

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