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Comic:Mit dem Drahtesel durch den Wilden Westen

Vermerk: Mawil: Lucky Luke sattelt um

Credit: Lucky Comics 2020 /Egmont Ehapa Media

Was nutzen dem wohl berühmtesten Cowboy der Welt seine Schießkünste, wenn er mit einem platten Fahrradreifen in der Wüste steht?

(Foto: Lucky Comics 2020/Egmont Ehapa Media)

In der Hommage "Lucky Luke sattelt um" schickt der Berliner Zeichner Markus Witzel alias Mawil den beliebten Titelhelden auf einem Fahrrad durch die Prärie.

Von Barbara Hordych

Berühmt geworden ist er als Cowboy, der schneller als sein Schatten schießt. Im vergangenen Jahr, im Alter von mehr als 70 Jahren, widerfuhr der belgischen Comic-Ikone Lucky Luke die Ehre einer Neuinterpretation, die Western- und Fahrradenthusiasten gleichermaßen begeistern dürfte. Der Berliner Zeichner Markus Witzel alias Mawil haucht in seiner schrägen Hommage "Lucky Luke sattelt um" mit Erlaubnis der Egmont Comic Collection der Westernlegende neues Leben ein. Wie in der Ausstellung der Originalseiten beim Comicfestival München 2019 sehr schön zu sehen war, zählt der in Ost-Berlin aufgewachsene Zeichner zur sogenannten "Schlaucharm-Schule". Jener Stilrichtung, bei der die Arme und Beine der Figuren gerne als frei bewegliche Schläuche gezeichnet werden - wild umherfliegende Gliedmaßen, bei denen es auf die Gelenke nicht so genau ankommt.

Mawil trennt in seinem rasanten und vor Gags strotzenden Abenteuer den Cowboy von seinem smarten Pferd Jolly Jumper und lässt ihn den Wilden Westen zur Abwechslung einmal per Drahtesel erkunden. Genau wie einst beim großen Lucky-Luke-Autor René Goscinny basiert auch seine Geschichte auf Tatsachen, denn bereits zu Ende des vorletzten Jahrhunderts kamen auch in den USA Fahrräder in den Handel. "Ich finde, man kann für das Fahrrad gerne noch ein bisschen Promotion betreiben - es ist eine der wenigen Erfindungen der Menschheit, wo die Vorteile überwiegen", erklärte der bekennende Fahrrad-Fan Mawil dazu im Interview.

Lucky Luke sattelt um, Hommage, Mawil, deutschspr. Ausgabe Egmont Ehapa Media 2019

© SZ vom 18.06.2020

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