Comeback an der LMU Problematische Vorgeschichte

Nicht nur die zehn Professoren im Senat haben Schavans Berufung zugestimmt, sondern auch die Vertreter der wissenschaftlichen Mitarbeiter und der Studenten. Bernhard Emmer, Vertreter der Mitarbeiter, spricht von einer "problematischen Vorgeschichte" Schavans. Man habe bei dieser Personalie "Für und Wider intensiver" als sonst abgewogen. "Von entscheidendem Gewicht war, dass Frau Schavan ohne Zweifel ihr Aufsichtsamt mit hoher Sachkompetenz wahrnehmen wird." Die studentischen Vertreter waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Isabell Zacharias, hochschulpolitische Sprecherin der SPD im Landtag findet die Berufung Schavans "während eines schwebenden Verfahrens in höchstem Maße irritierend. Das geht grundsätzlich gar nicht. Da bleibt mir fast die Spucke weg". Die LMU hätte "auf jeden Fall" den endgültigen Richterspruch über den Entzug des Doktortitels abwarten müssen.

Schavan ist eines von zwei neuen externen Mitgliedern des Hochschulrats. Neben ihr wurde auch Hilbert von Löhneysen berufen, er ist Leiter des Instituts für Festkörperphysik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Zu den nun zehn externen Mitgliedern des Hochschulrats zählen neben Schavan unter anderem Roland Berger und als Vorsitzender der ehemalige Rektor der Universität Zürich, Hans Weder. Die Vergrößerung war nötig, weil nach einer Änderung des Hochschulgesetzes schon je ein zusätzlicher studentischer Vertreter und Professor im Hochschulrat sitzen. Nun musste die Parität zwischen Externen und Internen wieder hergestellt werden. Das Gremium tagt am 24. Oktober zum ersten Mal in neuer Besetzung.