Buchhandel in der Krise:"Ich berate in meinem Laden nicht für Amazon"

Lesezeit: 5 min

Buchhandel in der Krise: "Ich bin mittlerweile echt sauer", sagt die Buchladen-Betreiberin Nicoletta Miller.

"Ich bin mittlerweile echt sauer", sagt die Buchladen-Betreiberin Nicoletta Miller.

(Foto: Robert Haas)

Immer öfter lassen Menschen sich im Geschäft Tipps geben - und bestellen im Internet. Die Buchhändlerin Nicoletta Miller über unreflektierte Kunden, kleine Geschäfte und was ein lebenswertes Viertel ausmacht.

Interview von Pia Ratzesberger

Nicoletta Miller reicht es jetzt. Die Leute kommen in ihre Läden, ziehen ihr Smartphone aus der Tasche und fotografieren die Bücher ab, die Miller so sorgsam ausgesucht und einsortiert hat. Manchmal hat sie zuvor eine Stunde beraten, dann aber ziehen die Kunden mit ihren Fotos wieder ab. Nicht weil die Bücher ihnen nicht gefallen hätten - sondern weil sie die später im Internet bestellen werden. Nicoletta Miller, Mitte 40, hat in ihren zwei Buchläden "Wortwahl" in der Münchner Reichenbachstraße deshalb jetzt Schilder aufgehängt mit der Aufschrift: "Fotografieren verboten". Es geht ihr nicht nur um ihren Laden, sondern auch um die Stadt - und die Demokratie.

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