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Freizeit:Die neun schönsten Biergärten in München

Der Biergarten gehört zu München wie die Weißwurst oder Wiesn. SZ-Autoren erzählen, wo sie gerne anstoßen.

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Inselmühle Untermenzing.

Quelle: PR/oh

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SZ-Autoren empfehlen:Die schönsten Biergärten in München

Inselmühle in Untermenzing

Der Biergarten heißt Biergarten, weil man dort Bier trinkt, sonst würde er ja Wassergarten heißen. Das bedeutet also: Auf Wasser kann getrost verzichtet werden, außer der Hund ist dabei. Bei der Inselmühle in Untermenzing allerdings kommt das Wasser in anderer Form daher, nämlich als Würm, und weil das kleine Flüsschen direkt durch den Biergarten fließt, ist die Inselmühle ziemlich einzigartig unter Münchens Biergärten: Man schaut Forellen bei der Arbeit zu und Enten beim Paddeln, und wenn der Wirt mit der Glocke läutet als Zeichen, dass ein Augustiner-Holzfass angestochen ist, dann stört das die Würm nicht in ihrem Lauf. Ach ja: Das Essen ist gut und das Bier auch, das macht einen späten Samstagnachmittag am Ufer der Würm gleich noch mal angenehmer.

www.inselmuehle-muenchen.com

Stephan Handel

Biergarten am Flaucher.

Quelle: PR/oh

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Zum Flaucher

Als ich zum ersten Mal nach München kam, da raunten mir meine Mitbewohner zu: Es gebe da einen Ort an der Isar, an dem im Sommer alle Menschen glücklich sind, weil sie trinken, tanzen, feiern, grillen. Der Flaucher, das Naherholungsgebiet schlechthin. Ein Paradies!

Nun, den Flaucher gibt es wirklich und schön ist er auch. Aber nicht im Sommer: Dann brüten dort Tausende in der Hitze und verdrecken mit ihren Einweg-Grills und zerbrochenen Bierflaschen die Natur. Ich hab es ausprobiert und schnell wieder gelassen. Meine damaligen Mitbewohner habe ich nie getroffen. Ihre Schwärmerei halte ich inzwischen für ein perfides Manöver, um mich von der eigentlichen Attraktion abzulenken: dem Flaucher-Biergarten.

Der ist von der Partyzone aus nicht zu sehen, er liegt auch nicht direkt an der Isar und ist von der U-Bahnstation Thalkirchen, dem Einfalltor der grillenden Horden, immerhin 16 Fußminuten entfernt. Er ist nicht allzu groß, familienfreundlich und mit den Bäumen ringsrum und der städtischen Gärtnerei nebenan sehr idyllisch.

Dass er zu den schönsten Biergärten der Stadt gehört, das sagen übrigens auch echte Münchner, wie ich heute weiß. Aber sie sagen dazu, man solle es nicht verraten. Ein Geheimtipp, Sie wissen schon.

www.zum-flaucher.de

Michael König

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Quelle: Imago Stock&People

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Taxisgarten

Früher glaubte ich, das größte Sommerglück sei der Genuss von Spareribs unter Glühbirnenketten, zwischen den Kastanien des Taxisgartens. An keinem anderen Ort der Stadt werden diese dunkel verbrutzelten Schweinerippen so üppig auf den Teller geschichtet, so genüsslich in roter Tunke ertränkt, und nirgends sieht man danach so lustvoll bis über beide Ohren eingesaut aus wie dort.

Doch seit ich meine Tochter habe, weiß ich es besser: Die Welt im Taxisgarten dreht sich um etwas ganz und gar anderes. Meine Tochter war keine zwei Jahre alt und konnte noch kaum sprechen, als sie auf dem Arm unseres Au-Pair-Mädchens von ihrer ersten Fahrt auf dem niedlichen elektrischen Nostalgie-Karussell zurückkam, dessen fröhliches Gedudel die umstehenden Tische stets mitunterhält. "Sag' der Mama, was Du brauchst", sagte Nasi, die aus Georgien stammte. Da streckte mir meine Tochter ihr Händchen hin - und rief: "Geld!"

www.taxisgarten.de

Susanne Hermanski

Besucher im Hirschgarten, 2010

Quelle: lok

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Hirschgarten

Hier erweist sich endlich einmal, dass Masse durchaus Klasse bedeuten kann. Im Hirschgarten, mit 6500 Sitzplätzen der größte unter den Münchner Biergärten, ist man mit Augustiner-Bier und diversen Brotzeiten bestens versorgt. Das Publikum ist entsprechend breit aufgestellt, vom Schicki bis zum Schnösel und dem ganz normalen Münchner aus der Eisenbahnersiedlung ist alles vertreten.

Schon auf dem Weg dahin wandert man durch ein multikulturelles Grillparadies, im Park treffen sich viele zugewanderte Großfamilien zum Feiern. Im Biergarten selbst stößt man gelegentlich auf Münchner Promis wie Konstantin Wecker oder Franz Xaver Kroetz, deren Identität meist erst einmal skeptisch in Frage gestellt wird. Typischer Dialog dann: "Bistas?" "Freile!" "Prost!"

www.hirschgarten.de

Franz Kotteder

Muffatwerk, Biergarten, München.

Quelle: oh

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Biergarten im Muffatwerk

Als ich nach München gezogen bin, hatte ich gerade mehrere Jahre in Münster in Westfalen gelebt. Im Sommer trinkt man dort Altbierbowle mit Erdbeeren. Das schmeckt süß, sieht aber dunkelbraun und trüb aus. Ein bisschen, wie der Aasee in Münster, da trauen sich nur Enten rein.

In München nun ist gar nichts trüb, weder das Helle noch die Isar oder sonst irgendwas. Das kann gewaltig auf die Nerven gehen. Oder eben wunderschön sein: Ich saß im ersten Sommer oft im Biergarten des Muffatwerks, vor der Halle mit ihrem Industriecharme, neben dem Müller'schen Volksbad, umgeben von netten Menschen. Der Ort macht irgendwie glücklich, besonders, wenn man vorher in der Isar schwimmen war - und danach schneller isst als die Haare trocknen. Fleisch aus ökologischer Landwirtschaft etwa oder Rahmschwammerl, einen Salat oder das Seitanfilet.

Wenn der Himmel dann abends dieses Königsblau annimmt, setzt man sich einfach von der Bierbank in den Liegestuhl. Nebenan beginnt vielleicht gerade ein Konzert, dann kann man dort auch noch hingehen. Oder einfach weiter Sterne schauen. Erst irgendwann, wenn keiner mehr mag, schließt der Garten. Damals habe ich beschlossen: Wenn das München ist, dann bleibe ich eine Weile.

www.muffatwerk.de

Nakissa Salavati

Rosengarten PR-Foto Westpark Biergarten

Quelle: oh

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Rosengarten

Am Rosengarten im Westpark stimmt so ziemlich alles: Es verschlägt kaum Touristen hierher, die spazieren lieber durch den Englischen Garten oder die Innenstadt. Der Münchner hat seine Ruhe und nebenbei einen wunderschönen Ausblick über den Rosengarten und natürlich den See.

Der Biergarten an sich ist nichts Besonderes, man bekommt hier, was man in einem Biergarten eben so bekommt. Aber dafür stimmt das Ambiente. Hier sitzen die Besucher des Open-Air-Kinos "Kino, Mond & Sterne", bevor sie zum Film ins Amphitheater gehen. Hier sitzen die Jogger, die sich nach ihrer Runde über die ausgedehnten Wiesen ein isotonisches Weißbier genehmigen. Und hier haben die Gäste den verführerischsten Grillgeruch aller Biergärten in der Stadt. Der kommt allerdings nicht von der Essensausgabe, sondern unten vom See, an dem im Sommer gegrillt wird.

www.wirtshausamrosengarten.de

Florian Fuchs

Wirtshaus am Bavariapark

Quelle: PR/oh

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Biergarten am Bavariapark

Es ist ein wenig wie bei Fußballfans, die sich ihren Club ja auch nicht einfach aussuchen: Sie begegnen ihm irgendwann. So ist es mir ergangen mit meinem Stammbiergarten, dem Biergarten am Bavariapark.

Jeden Frühling erwartet er mich unter dem hellgrünen Dach seiner Kastanienbäume. Im Sommer zieht es mich zu gegebener Zeit magisch von der Wiese im Bavariapark zu den Bierbänken hinüber. Dort gibt es Steckerlfisch von der Fischer Vroni und Bier von Augustiner, und wenn man Glück hat, sieht man die Bavaria doppelt, obwohl man bloß ein kleines Radler getrunken hat: Denn gelegentlich kommt auch die Kabarettistin Luise Kinseher vorbei, bekannt vom Nockherberg, die wie eine Reihe anderer Münchner Kabarettisten aus Überzeugung im Westend wohnt.

Und wer nach der letzten Runde den Kahn noch nicht voll hat und die herrliche Atmosphäre weiter genießen will, schlendert einfach zur Cocktailbar nebenan. Wenn dann im Herbst das Bier ebenso schön kühlt wie der Regen, freue ich mich schon auf den nächsten Frühling.

www.wirtshaus-am-bavariapark.com

Inga Rahmsdorf

In einem Biergarten im Englischen Garten.

Quelle: dpa (Archiv)

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Aumeister

Zugegeben: Das Schönste am Aumeister ist der Weg dorthin. Wer in den Biergarten am Nordende des Englischen Gartens radelt, lässt die Touristen am Chinesischen Turm und die Schickeria im Seehaus hinter sich und hat den Park bald fast für sich allein. Beim Aumeister sitzen die Studenten aus der nahen Studentenstadt und Münchner, die wie man selbst für ein paar Stunden raus aus der Stadt wollen. Hier gibt es: Kastanienbäume, einen Kinderspielplatz, Steckerlfisch und ein hübsches Wirtshaus, also alles, was einen Traditionsbiergarten so ausmacht. Wirklich besonders erscheint das erst, wenn man nach einer Radtour den ersten Schluck Bier trinkt. Zu lange sollte man allerdings nicht verweilen: Der nächtliche Heimweg durch den düsteren Englischen Garten kann ganz schön gespenstig sein.

www.aumeister.de

Menterschwaige

Quelle: oh

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Gutshof Menterschwaige

Ich habe quasi meine ganze Jugend in der Menterschwaige verbracht. Denn wer in den Neunzigern als Schüler eines Harlachinger Gymnasiums cool sein wollte, der musste sich schon am ersten halbwegs warmen Aprilabend den Hintern im Biergarten abfrieren.

Ich erinnere mich noch sehr genau an eine Episode mit schottischen Austauschschülern, die wir mal mitgeschleppt haben. Wir sind natürlich hingeradelt, brauchten von Giesing aus aber statt 20 Minuten eine satte Stunde, weil wir den Schotten das Radeln erst einmal beibringen mussten. Nach einer Maß waren die dann so betrunken, dass die Rückfahrt noch viel länger gedauert hat.

Jedes Mal, wenn wir heute am Isar-Hochufer nach Grünwald radeln, denke ich an die alten Geschichten oder an eine Biergarten-Demo auf dem Marienplatz, weil Anwohner die Wirte einzelner Biergärten zwingen wollten, früher zu schließen. Und wenn wir dann zurückradeln, legen wir natürlich einen Stopp in der Menterschwaige ein - als Belohnung.

www.menterschwaige.de

Claudia Urschbach

© SZ.de/imei

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