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Bewerbung um die Fußball-EM 2020:München, der bessere Austragungsort

Städteduell München-Berlin

Wer hat die besseren Karten? Das Städteduell um die EM-Spiele zwischen München und Berlin.

Berlins Stadion ist größer, die S-Bahn gar nicht so unzuverlässig. Dafür hat München den besseren Erst- und den besseren Zweitliga-Verein: Am Freitag entscheidet der Deutsche Fußballbund, welche Stadt er als Austragungsort für die Fußball-Europameisterschaft 2020 nominiert. Ein Städteduell in sieben Kategorien.

In Dortmund wird man die Entscheidung, die in Berlin und München mit Spannung erwartet wird, gelangweilt verfolgen. Im größten deutschen Stadion, dem von Borussia Dortmund, werden bei der Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2020 keine Spiele stattfinden. Nur die Bundeshauptstadt und die bayerische Landeshauptstadt haben sich als Austragungsort der EM beworben, deren Partien dank der Idee von Uefa-Präsident Michel Platini quer über den ganzen Kontinent verteilt werden.

Doch es kann nur eine Spielstätte pro Land geben - in Deutschland entweder das Berliner Olympiastadion oder die Allianz Arena in München. Zwei Städte im Duell - ein sportlicher Vergleich.

Stadien

Sie ist das neue Tor zur Stadt. Ein Willkommensgruß an alle Besucher, die aus dem Norden kommend Bayerns Landeshauptstadt ansteuern. Die Arena in Fröttmaning - das Schlauchboot, das abwechselnd in Rot, Blau oder Weiß erstrahlt. Letzteres, wenn die Nationalmannschaft in München zu Gast ist. Oder auch einmal in Grün, etwa am St. Patrick's Day.

340 Millionen Euro hat der Bau der Allianz Arena von 2002 bis 2005 gekostet. Sie löste das altehrwürdige Olympiastadion ab und hatte ihren ersten großen Auftritt bei der Fußballweltmeisterschaft 2006, als Philipp Lahm beim 4:2-Erfolg im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica mit seinem Treffer die Fans erlöste.

71.000 Zuschauer finden in der Arena bei Bundesligaspielen Platz; bei internationalen Partien sind es 67.812. Hier verloren die Bayern das "Finale Dahoam "- und fertigten im Jahr darauf Barcelona mit 4:0 ab. Hier sind auch die Münchner Löwen zuhause, allerdings nur noch als Mieter und nicht mehr als Miteigentümer.

Der große Konkurrent thront im Berliner Ortsteil Westend: das Olympiastadion, gebaut für die Olympischen Sommerspiele 1936. Ein Stadion für damals 100.000 Zuschauer, in dem die Nationalsozialisten vermeintlich friedliche Spiele inszenierten - eine Propagandaveranstaltung, die dem Regime ein positives Image in der Welt verpassen sollte.

Nur wenige Jahr später wurden in den Katakomben Zünder für den Krieg der Nazis hergestellt. Die Bombardierungen der Alliierten überstand das Stadion weitgehend unversehrt. Nach den Umbauarbeiten der Jahre 2002 bis 2004 gehört das Olympiastadion zu den herausragenden Sportstätten Deutschlands - Italien feierte hier im Jahr 2006 den Gewinn des WM-Titels, 2009 fand auf der und um die blaue Laufbahn die Leichtathletik-WM statt, und der Comedian Mario Barth lockte 70.000 Fans zu einer Vorstellung. Die Hertha ist hier zuhause - mittlerweile in der ersten Liga. Ihre Fans bemängeln nur eines: Durch die Laufbahn ist der Abstand von den Tribünen zum Spielfeld sehr weit, darunter leidet die Stimmung.

Vorteil: München. Mit einem der modernsten Stadien Europas.

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