Berg am Laim/Ramersdorf:Unterwegs zu Sophie Scholl

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Berg am Laim/Ramersdorf: Gaudete: Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler und Dekan Mathis Steinbauer freuen sich mit der Gemeinde über den Zusammenschluss von Rogate und Offenbarungskirche.

Gaudete: Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler und Dekan Mathis Steinbauer freuen sich mit der Gemeinde über den Zusammenschluss von Rogate und Offenbarungskirche.

(Foto: Robert Haas)

Offenbarungskirche und Rogatekirche nehmen die U-Bahn zur gemeinsamen Zukunft

Von Andrea Schlaier, Berg am Laim/Ramersdorf

Das hallt nicht schlecht und mancher MVV-Gast lauscht verwundert: Am Sonntagnachmittag füllt ein vielstimmiges "We are marching" den U-Bahnhof Josephsburg. Dazu angestimmt hat der Gospelchor der Berg am Laimer Offenbarungskirche, der sich zu dieser Stunde gemeinsam mit den Kollegen vom Posaunenchor und der Kantorei der Gemeinde sowie etwa 250 weiteren Gläubigen auf einen sehr besonderen Weg macht: vom eigenen Gotteshaus via U-Bahn zu den Nachbarn der Rogatekirche in Ramersdorf. Die beiden Familien, wenn man so will, vereinigen sich am Sonntag offiziell zur neuen evangelischen Gemeinde Sophie Scholl. Dies ist damit die zweite in ganz Deutschland.

Nach dem Auftakt der Feierlichkeiten in der Offenbarungskirche mit Dekan Mathis Steinbauer macht sich die ganze Festversammlung unter Glockengeläut auf zum kollektiven Ortswechsel, darunter sind alle Generationen von den Eltern mit Kinderwagen bis zu Seniorinnen samt Rollator. Jedem einzelnen händigen Konfirmanden auf dem U-Bahnhof MVV-Tickets aus, bevor einer nach dem andern in den Waggons verschwindet.

In der Rogatekirche folgt sodann Teil zwei der Fusions-Feierlichkeiten: Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler geht in ihrer Predigt schließlich auf die Namensgebung der neuen Gemeinde ein: Die "ist mutig in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder erstarkt" und es sei "Aufgabe, kritisch das Geschehen zu begleiten". Sophie Scholl wurde als Mitglied der Münchner NS-Widerstandsgruppe "Weiße Rose" im Alter von 21 Jahren von der Nazi-Justiz zum Tode verurteilt und am 22. Februar 1943 in der JVA Stadelheim enthauptet. Dem Gottesdiensten in Berg am Laim und Ramersdorf wohnten sowohl Hildegard Kronawitter als Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung bei als auch Mitglieder der bis Sonntag einzigen evangelischen Sophie Scholl-Gemeinde Deutschlands aus Schwäbisch Hall.

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