Band der Woche:Songs statt Hausaufgaben

Band der Woche: Noch gibt es keinen Song von "DaWarWas" auf Platte, doch bei Konzerten können alle im Publikum mitsingen.

Noch gibt es keinen Song von "DaWarWas" auf Platte, doch bei Konzerten können alle im Publikum mitsingen.

(Foto: Johanna Braun)

Musik machen, bis man alles um sich herum vergisst. So geht es den Musikern der Indie-Band "DaWarWas" - doof nur, dass sie noch für die Schule lernen müssen.

Von Marla Kyriss

So sehr in der Musik gefangen zu sein, dass man alles um sich herum vergisst - das kennt die Band DaWarWas nur zu gut. "Da war was." Genau diesen Satz rief einer der fünf erst 16 und 17 Jahre alten Musiker während einer stundenlangen Bandprobe, nachdem ihm die bevorstehende Schulaufgabe eingefallen war. Cleo, Samuel, Johanna, Chris und Ilja performen regelmäßig ihre fünf eigenen Songs. Obwohl die Lieder bisher nur live zu hören sind, wird bei ihren Auftritten mitgesungen, was das Zeug hält. Wie schafft es die Band, ihr Publikum mit Indie-Pop so mitzureißen?

Mit einer großen Schulband fing alles an. Als dann coronabedingt nur noch innerhalb der Jahrgangsstufe Musik gemacht werden durfte, ist die Band DaWarWas entstanden. "Wir haben uns echt gut verstanden und wollten Freitagabend nicht mehr aus dem Musikraum unserer Schule", sagt Sängerin Cleo. Ihre Musiklehrerin sah Potenzial in der Band und organisierte einen ersten Auftritt außerhalb der Schule. "Am Anfang hat sie sogar noch mitgesungen. Es war für mich noch unvorstellbar, zu singen", sagt Cleo und schmunzelt. Wenn man sie jetzt auf der Bühne sieht, kann man sich das kaum vorstellen.

Oft lassen die Songtexte der Band viel Raum zur Interpretation. So haben die Zuhörer eine ganz unterschiedliche Wahrnehmung von der Bedeutung. "Aus allem kann Musik entstehen", sagt Cleo. Etwa beim Song "Pulp Fiction". Samuel war bei Cleo zu Hause, beide betrachteten das an der Wand hängende Filmplakat. Ganz spontan fing Cleo an zu singen: "Wir sind hier nicht bei Pulp Fiction", Samuel spielt Gitarre dazu, sie singt "mein Leben ist nicht Science-Fiction". So ist ihr erster Song entstanden. "Man hat eben gesehen, dass doch aus allem etwas werden kann", sagt Samuel.

Cleo schreibt sich häufig ihre Gedanken auf, Alltagssituationen, tolle Momente, solche Sachen. Wenn Cleo und Samuel dann zusammen sind, hat Cleo meistens schon aus ihren Notizen Liedtexte geschrieben, aber "das Lied lebt davon, dass von allen eigener Input kommt", sagt Cleo. Samuel spielt dann die Akkorde dazu. Im Frühling erscheint ihre erste EP.

Das Bandprojekt beansprucht fast die ganze Freizeit der fünf Musiker. Manchen ist das einfach zu viel. "Man merkt immer erst danach, wie viel Arbeit das eigentlich ist", sagt Samuel. So ist ihnen vor Kurzem auch erst ein Bandmitglied abgesprungen, und sie mussten nach Ersatz suchen. Oft spielen sie am Abend noch Konzerte, müssen am nächsten Tag früh aufstehen, denn - da war was - Schule gibt es ja auch noch!

DaWarWas

Stil: Deutsch-Indie-Pop

Besetzung: Cleo Dietmayr (Gesang), Samuel Kanitz (Gitarre), Johanna Schreiter (Bass), Illja Haug (Schlagzeug), Christian Sölch (Klavier)

Seit: 2021

Internet: DaWarWas (@dawarwas_) • Instagram-Fotos und -Videos

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