Ausstellung Street Art im realen Umfeld fehlt der Ausstellung

Dazu gehören hier zahlreiche Münchner in einem Sonderprogramm, das Astrid Weindl vom Münchner Jugendzentrum Färberei mit Akim Walta alias Zebster aus Berlin organisiert. Neben regelmäßigen Workshops gibt es wechselnde Ausstellungen, die von Münchner Künstlern wie Z-Rok, C 100 und Patrick Hartl gestaltet werden, teilweise mit Gästen aus Japan, Indien oder Nowosibirsk.

Auch eine geführte Bus-Tour durch München wird angeboten, damit man die Street Art dort erleben kann, wo sie eigentlich hingehört: auf der Straße. Realisiert wurde die Ausstellung von SC Exhibitions, demselben Veranstalter, der vor einigen Jahren "Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze" durch die Städte schickte. Mit künstlichen Welten kennen sich die Organisatoren also aus, zeichnete sich "Tutanchamun" doch dadurch aus, dass seine Schätze nicht echt, sondern lebensecht rekonstruiert waren.

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Container Collective

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Kuratiert hat "Magic City" der Amerikaner Carlo McCormick, der sich seit vielen Jahren mit Street Art beschäftigt und in der Szene ein sehr gutes "Standing" hat. Was auch erklärt, dass sich etwa mit Banksy, Blek le Rat, Daze, Dan Witz, Ron English oder Shepard Fairy einige wirklich große Namen unter den "Bewohnern" finden. Von Banksy sind zwei seiner berühmten Ratten-Motive zu sehen sind, auch von Xavier Prou alias Blek Le Rat gibt es ein Bild mit Ratten. Der Franzose gilt als Urvater der Stencil-Street-Art, also der Arbeit mit Schablonen.

Mit Daze, Dan Witz und Ron English sind drei Dinosaurier der amerikanischen Street Art vertreten, die seit den Siebzigern aktiv sind. Chris Ellis alias Daze hat damals mit dem Besprühen von U-Bahnen begonnen, einige seiner Werke waren bereits 1984 in München in der Galerie Thomas zu sehen. Dan Witz ist bekannt für seine sozialkritischen "Interventionen", in der "Magic City" hat er eine Telefonzelle bemalt.

Mit Temper Tot hat wiederum Ron English eine Figur kreiert, die wie ein Kind des Comic-Superhelden Hulk aussieht. Ein zorniges, grünes Baby, das insofern eine typische Street-Art-Figur darstellt, als sich auch viele andere Künstler von Comics inspirieren lassen.

Im Jahr 2012 war English genauso wie Shepard Fairey sogar selbst als Comic-Figur zu sehen, und zwar in einer Folge der Serie "Die Simpsons". Von Fairey, der 2008 für Barack Obama das ikonische "Hope"-Poster gestaltet hat, gibt es in der Ausstellung drei Drucke im für ihn typischen Schablonen-Stil. Das Thema: Angst und Überwachung.

Für Abwechslung ist in der "Magic City" jedenfalls gesorgt. Ihr einziges Manko ist vielleicht, dass eben doch der reale, urbane Raum fehlt, aus dem die Street Art ihre Spannung, Reibung, ihren rebellischen Geist bezieht, und gegen dessen Kommerzialisierung und Privatisierung zahlreiche Street-Art-Künstler angehen. Dass das immer schwieriger wird, konnte man von Daze bereits bei der Premiere in Dresden erfahren. Um die wenigen großen, öffentlichen Plätze herrsche, so der Amerikaner, inzwischen ein regelrechter "Kampf". Auch dass es dort immer mehr Glasgebäude gibt, sei ein Problem. Also Gebäude, die Transparenz und Öffentlichkeit versprechen. Nur dummerweise lassen sie sich äußert schlecht bemalen.

Die Ausstellung ist bis 3. September in der Kleinen Olympiahalle, Spiridon-Louis-Ring 21, zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, am Samstag bis 22 Uhr. Der Eintritt kostet 14,90 Euro, für Schüler 7,90 Euro.

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