Wer im Vivo eine geraspelte Gurke in seinen Gin haben will, um einen hippen Munich Mule zu genießen, bekommt schon mal den Hinweis, man könne sich gerne einen Gurkensalat bestellen. Das Vivo zeichnet aus, dass es sich nicht anbiedert an den Zeitgeist, sondern selbst Zeitgeist ist. Kein Wunder, bei dem Alter.

Das Vivo gibt es seit 1998, es konserviert das Lebensgefühl des linksalternativen Haidhausen der Achtzigerjahre mit einer liebenswerten Patina - in Form von uralten Graffiti auf den Toiletten und Getränketipps auf der langen Kreidetafel unter der Decke.

Da gibt es Heidelbeer-Limes, fünf Stamperl für 7,50 Euro - das Angebot gibt es auch mit Aprikosen-Limes. Auf der Karte stehen fünf Tequila-Sorten, sechs Variationen Wodka oder Vodka, Variationen von Gin (klar, auch den Münchner "The Duke" für 3,50 Euro), diverse Sorten Rum und Malt. Aber die meisten Gäste, und nicht nur die mit dem Vivo gealterten Stammgäste, kommen auf ein Bier vorbei.

Und davon gibt es von jeher reichlich. Seit der Eröffnung vor 18 Jahren steht am Eingang ein großer Kühlschrank mit Glastür, wo bis zu 30 Biersorten lagern. Neben den Klassikern von Augustiner (Hell 3,40) und Tegernseer zum gleichen Preis gibt es auch was für Freunde des Nordens: Astra und Flens (je 3,50).

Manchmal geht es ein bisschen sportlich zu: In der Ecke steht ein Kicker, der oft stundenlang belegt ist. Für Passivsportler wird Fußball auf der Leinwand übertragen.

Vivo, Lothringer Straße 11, 089 - 448 50 35, geöffnet Sonntag bis Mittwoch 18 bis 3 Uhr, Donnerstag bis Samstag 18.00 bis 4 Uhr.

Bild: Robert Haas 27. August 2017, 17:312017-08-27 17:31:42 © SZ.de/infu/clu/anl/gsch/ffu/sekr