Ankunftszentrum Statt Sozialpädagogen: Sicherheitsfirma soll Flüchtlinge betreuen

Ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma steht vor dem Ankunftszentrum für Flüchtlinge in München.

(Foto: Catherina Hess)

Die Firma wirbt sonst mit Werkschutz, Geldtransporten und Hausmeisterdiensten. Passt das zusammen?

Von Inga Rahmsdorf

Die Sozialbetreuung im Ankunftszentrum (AZ) für Asylsuchende soll künftig die Firma Siba Security GmbH übernehmen. Eine Besetzung, die bei manchen Mitarbeitern der Flüchtlingsarbeit für Kritik sorgt.

Siba ist auch für den Sicherheitsdienst auf einem Teil der Bayernkaserne zuständig. Zudem wirbt die Firma auf ihrer Internetseite mit Sicherheitsdienstleistungen, die von Werkschutz und Geldtransporten bis zu Hausmeisterdiensten reicht. Von sozialpädagogischer Arbeit oder Asylsozialberatung ist allerdings keine Rede.

"Sozialbetreuung machen wir schon eine Weile", sagt Michael Krüger von Siba. In welchen Einrichtungen, möchte er nicht sagen. "In der Sicherheitsbranche ist es nicht üblich, dass wir Referenzen herausgeben." Aber passen Sicherheitsbranche und Sozialarbeit zusammen?

Catering, Bewachung und Hausmeisterdienste

Ihre Aufgabe sei es, nicht nur für Sicherheit zu sorgen, so Krüger, man arbeite schließlich auch mit Menschen. Auch bei der Regierung von Oberbayern sieht man kein Problem. Der Bieter habe Nachweise über Erfahrung und Qualifikation in der sozialen Betreuungsarbeit vorgewiesen, sagt Sprecher Martin Nell.

Bislang hat ein Team der Inneren Mission (IM) die Flüchtlinge sozial betreut, zu dem immer ein Sozialpädagoge gehörte. Doch die IM verlässt das AZ zum 31. März. Grund dafür war eine Ausschreibung, die vorsieht, die Sozialbetreuung einem Dienstleister zu unterstellen, der auch zuständig ist für Catering, Bewachung, Hausmeisterdienst und Reinigung. Damit könne der Objektmanager vorgeben, wie die Sozialbetreuung aussehen soll, befürchtet die IM. Und bewarb sich deshalb nicht für die Ausschreibung.

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