Konzertkritik Münchner Kammerorchester:Geschmeidige Empfindsamkeit

Konzertkritik Münchner Kammerorchester: Eine liebenswürdige, sofort in ihrer Lebendigkeit einnehmende Podiumserscheinung: die Cellistin Anastasia Kobekina (hier bei den Proben)

Eine liebenswürdige, sofort in ihrer Lebendigkeit einnehmende Podiumserscheinung: die Cellistin Anastasia Kobekina (hier bei den Proben)

(Foto: Florian Ganslmeier)

Die Cellistin Anastasia Kobekina entzückt im Zusammenspiel mit dem Münchener Kammerorchester im Prinzregententheater.

Von Harald Eggebrecht

Der legendäre Cellomeister János Starker hat einmal mit der für ihn typischen Lakonie gesagt, meistens spielten die Musiker so, wie sie aussähen. Das trifft im Falle der 29-jährigen Anastasia Kobekina geradezu idealtypisch zu: Eine liebenswürdige, sofort in ihrer Lebendigkeit einnehmende Podiumserscheinung. Feingliedrig, schlank, von nervöser Geschmeidigkeit und hellwacher Reaktionsschnelligkeit bewegt sie sich auf dem Violoncello. Sie röhrt nicht in der Tiefe des Instruments und gellt nicht in der Höhe, ein Hauch von anrührender Sehnsüchtigkeit prägt ihr Spiel. Dass sie, Tochter des Komponisten Vladimir Kobekin, Preise gewonnen hat, bei großen Cellolehrern wie Frans Helmerson, David Geringas oder Jens Peter Maintz studiert hat und ihre Begabung schon früh auffiel, versteht sich nahezu von selbst. Und dass eine moderne Cellistin sich heute selbstverständlich mit historischer Aufführungspraxis beschäftigt hat, gehört dazu.

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