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Allacher Unterführung:Ein Ventil für das Nadelöhr

Lösungen gesucht, um die Allacher Unterführung zu entlasten

Von Anita Naujokat, Allach/Untermenzing

Sie ist ein überlastetes und nicht ungefährliches Nadelöhr, und seit Jahren ist von praktikablen wie weniger praktikablen Ideen zur Verbesserung der Situation dort zu hören: die Unterführung unter der Bahn an der sogenannten kleinen Allacher Straße. Einst 1987 nur für Fußgänger und Radfahrer eröffnet, wurde sie noch nicht einmal ein Jahr später doch für den motorisierten Verkehr freigegeben, der seitdem stetig gewachsen ist. Die Unterführung wird weiter an Bedeutung gewinnen, wenn auf dem Gewerbegebiet Kirschgelände in unmittelbarer Nähe mehr als 1000 neue Wohnungen, eine Grundschule und Kindertageseinrichtungen realisiert sind. Das bereitet den Nachbarn große Sorgen, zumal sie befürchten, dass es auch zu Parkdruck in den umliegenden Wohnstraßen kommen könnte.

Seit Bekanntwerden der Pläne rechnen sie also mit einer weiteren Verkehrszunahme in den Wohnstraßen, auch wenn das Mobilitätsreferat von einem ähnlich hohem Aufkommen wie heute ausgeht, weil deutlich weniger Schwerlastverkehr unterwegs sein werde und sich die Verkehrsströme aus einem Wohngebiet anders verteilten als beim derzeitigen Gewerbegebiet. Erst im November hatte der Bezirksausschuss deshalb in einem parteiübergreifenden Antrag wieder einmal gefordert, die Unterführung um eine kleine Fußgängerröhre daneben zu erweitern und die Fahrbahn über die so frei werdenden bisherigen Gehstreifen zu verbreitern.

Um schon jetzt den Verkehrsfluss reibungsloser zu gestalten, Staus und ständiges Neuanfahren zu verhindern, hat Florian Wimmer von der CSU-Fraktion einen Antrag in das Gremium eingebracht, den dieses einstimmig verabschiedete. Demnach soll der Bereich zur Einfahrt in die Krautheim- und Angerlohstraße wieder als Fahrbahn hergestellt werden. Die drei Parkplätze und zwei Betonpoller sollen verschwinden, an denen zwei Pkw nicht nebeneinander passieren könnten, was zu Rückstaus führe. Den baulichen und finanziellen Aufwand hält Wimmer für eher gering, "bei großer Wirkung im Nutzen".

Grünen-Fraktionssprecher Falk Lamkewitz, Vorsitzender des Unterausschusses Umwelt und Verkehr, befürwortete den Vorstoß grundsätzlich, wohl wissend, dass die Stadt ihn schon mehrmals abgelehnt habe, weil die Poller verkehrsberuhigend wirkten, wie er sagte. Sollte sie den Antrag wieder ablehnen, müsse man dort eben wieder einen verkehrsberuhigten Bereich mit Schrittgeschwindigkeit anstreben.

Nicky Hager von der zuständigen Polizeiinspektion in Moosach sagte in der Sitzung, dass die Stelle aus seiner Sicht kein Unfallschwerpunkt sei, eben weil die parkenden Autos den Verkehrsfluss behinderten. Er gab aber zu bedenken, dass bei einem Halteverbot und dem Rückbau der Poller schneller gefahren werde. Seine Kollegin Angelika Hauf ergänzte, dass ein verkehrsberuhigter Bereich nur bei wenig Verkehr ausgewiesen werden dürfe. So weit ist es längst noch nicht, jetzt kommt es erst mal auf die Stellungnahme der Stadt an.

© SZ vom 03.05.2021/van
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