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Allach/Untermenzing:Zu kurz, zu wenig los

Verwaltung lehnt ein Verkehrskonzept für die Vesaliusstraße ab

Zu kleinräumig für ein eigenes Verkehrskonzept, zu viele stetige Änderungen für eine repräsentative Analyse: So in etwa lautet zusammengefasst die Antwort von Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle auf einen Antrag der Stadtrats-ÖDP vom Januar, ein Verkehrskonzept für mehr Sicherheit in der Vesaliusstraße zu entwickeln. Diese sei nicht nur eine stark frequentierte Einkaufsstraße mit vielen Geschäften und Lokalen, sondern auch eine wichtige Route zum Allacher S-Bahnhof, begründete die ÖDP ihr Anliegen. Es häuften sich Beschwerden von Bürgern, dass die Vesaliusstraße gerade für Fahrradfahrer unsicher sei. Es gebe keinen Radweg und wegen parkender Autos sei oft nur wenig Platz. Ein Konzept sollte die Bedürfnisse der Fahrradfahrer, Fußgänger, Autofahrer, Anwohner und Gewerbetreibenden unter einen Hut bringen.

KVR-Chef Böhle verweist auf eine Mitteilung des für die Verkehrsplanung zuständigen Planungsreferats. Demnach gebe es mit dem gültigen Flächennutzungsplan und dem darauf aufbauenden Verkehrsentwicklungsplan bereits ein Verkehrskonzept für den 23. Stadtbezirk. Darüber hinaus, so Böhle, sei ein Verkehrskonzept für die nur 500 Meter lange Vesaliusstraße mit einer Verkehrsbelastung von lediglich bis zu 5000 Kfz pro 24 Stunden "weder zielführend noch erforderlich". Laut Polizei sei die Unfallsituation dort unauffällig. In fünf Jahren habe sie insgesamt vier Unfälle im Zusammenhang mit Radverkehr registriert. Dabei sei jeder Unfall von den Radlern selbst verursacht worden wie mehrere Stürze ohne Fremdverschulden.

Präzisere Aussagen ließen sich nur schwer treffen, räumt Böhle ein. Die Verkehrssituation in der Vesaliusstraße befinde sich wegen vieler Veränderungen wie der Umgestaltung des Oertelplatzes samt Busbahnhof, der noch nicht eröffneten Park-and-ride-Tiefgarage und geplanter neuer Wohnsiedlungen seit Jahren im stetigen Wandel. Bleibt also abzuwarten, wie sich die Bebauung auf dem Diamalt- und dem Kirschgelände noch auf den Verkehr in der Georg-Reismüller- und in der Vesaliusstraße auswirken wird.

© SZ vom 30.11.2020 / ANNA
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