Allach/Untermenzing:Papier gegen Panzer

Nachbarn der Teststrecke gehen weiter gegen Genehmigung vor

Die Interessengemeinschaft (IG) gegen die Panzerteststrecke an der Ludwigsfelder Straße macht weiter mobil: Am Freitag hat sie der Geschäftsleitung des Betreibers Krauss-Maffei Wegmann (KMW) einen offenen Brief übergeben. Sie erhofft sich davon Antworten auf Fragen, welche beim Online-Erörterungsverfahren weder die Stadt noch das Unternehmen zufriedenstellend beantwortet hätten. Unterzeichnet haben das Schreiben Bettina Maurer aus der Hackersiedlung, Susanne Veit aus der Waldkolonie, Klaus Billert, Vorsitzender des Vereins der Trinkl-Siedlung, und Andi Frey aus dem Vorstand der Siedlung Untere Angerlohe.

So will die IG wissen, auf welcher rechtlichen Grundlage der Rüstungskonzern das Testfeld nun immissionsschutzrechtlich genehmigt haben will. Sie geht jedenfalls davon aus, dass für die 1964 errichtete Anlage keine Baugenehmigung existiert. Weder liege ein öffentliches Interesse vor, noch handle es sich wegen ihres Ausmaßes um eine "private Verkehrsanlage", wie vom Unternehmen kommuniziert. Die IG stellt außerdem die Frage, ob bei Nichtgenehmigung der Wegzug von bis zu 500 Arbeitsplätzen bei dem Gespräch zwischen KMW, Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Gewerkschaftsvertretern ein Thema gewesen sei. Sie bittet hierzu um Erläuterungen, welcher Aufwand damit verbunden wäre, wenn Panzer und andere schwere Fahrzeuge außerhalb der Stadt getestet würden. Zudem habe noch kein Vertreter des Unternehmens von dem Angebot Gebrauch gemacht, sich bei betroffenen Anwohnern von den Auswirkungen des Panzer-Lärms zu überzeugen oder sich wenigstens dazu geäußert. Und halte es der Konzern für zeitgemäß, Panzer umgeben von wachsender Wohnbebauung zu produzieren und instand zu setzen? "Nicht wegzuwischen" ist für die IG auch eine "gewisse Gefährdungslage" wegen terroristischer Angriffe. Das Schreiben endet mit der Aufforderung, noch im laufenden Verfahren direkte Gespräche mit der Interessengemeinschaft und anderen betroffenen Anwohnern zu führen.

Die Entscheidung über den KMW-Antrag, die dem städtischen Referat für Klima- und Umweltschutz obliegt, steht wegen einer eingereichten Petition im Landtag noch aus. Mit einem Ergebnis darüber ist laut dem stellvertretenden Sprecher des Landtags, Peter Ringlstetter, frühestens im Herbst zu rechnen.

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