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Allach/Untermenzing:Finanzspritze für die Freiwillige Feuerwehr

Zum Ankauf eines geländegängigen Einsatzwagens schießen die Lokalpolitiker 4000 Euro zu

Von Anita Naujokat, Allach/Untermenzing

4000 statt der erhofften 10 000 Euro erhält die Freiwillige Feuerwehr München (FFM) aus dem Budget des Bezirksausschusses (BA) für die Anschaffung eines geländegängigen Einsatzfahrzeugs. Gedacht ist es für Einsätze in Aubing, Lochhausen, Langwied, Obermenzing, Allach, Ludwigsfeld und Moosach. Ein Gebiet von insgesamt fünf Stadtbezirken, sodass die Mehrheit der Stadtteilvertreter der Feuerwehr empfahl, sich um Zuschüsse auch aus den vier anderen Bezirksausschüssen zu bemühen. Angefragt worden sei bisher lediglich in Aubing, hieß es seitens der FFM. Da der Feuerwehr für den Erwerb des Fahrzeugs noch insgesamt 20 000 Euro fehlten, wäre das geteilt durch fünf 4000 Euro für jedes Stadtteilgremium, rechnete der BA-Vorsitzende Pascal Fuckerieder (SPD) jüngst in der Sitzung vor.

Dass es sich bei der Anschaffung unbedingt um ein Auto der Marke BMW X 3 handeln müsse, rief ein wenig Unmut bei den Grünen hervor. Warum nicht ein wesentlich günstigerer Suzuki oder ein Elektromobil Opel Mokka, wollte Fraktionssprecher Falk Lamkewitz, Vorsitzender des Unterausschusses Umwelt und Verkehr, wissen. Der Feuerwehr-Vertreter erklärte das aus mehreren Gründen. Zum einen habe sich das Modell bewährt. Zum anderen seien E-Golfs für Einsätze nicht geeignet. Müssten sie etwa bei einem Unfall stundenlang auf der Autobahn stehen, wären die Batterien leer. Auch habe die Landeshauptstadt München ein Rahmenabkommen mit BMW, das einen Behördenfahrzeugrabatt von 50 Prozent des Listenpreises gewähre. Das Verhältnis zwischen Fahrten auf Straßen und unwegsamem Gelände liege bei etwa 80 zu 20 Prozent, erklärte er auf ausdrückliche Nachfrage aus dem Gremium. An größeren Einsätzen im Münchner Westen habe man im Schnitt zwischen 30 und 50 pro Jahr mit Fahrleistungen von 5000 bis 8000 Kilometern. Die Unterhaltskosten für das Fahrzeug, auch darüber machte sich das Gremium Gedanken, trage die Landeshauptstadt.

Florian Wimmer (CSU), selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in der Abteilung Allach, sagte, er könne das Gesagte aus seiner Praxis nur bestätigen. Über E-Fahrzeuge in diesem Spektrum brauche man gar nicht erst zu reden, gerade bei Unfällen auf der Autobahn. "Die Fahrzeuge müssen jederzeit und immer verfügbar sein", insistierte er. Ein weiterer Vorteil laut Wimmer ist: Die Autos würden in einer Werkstatt in Perlach gewartet, in der man auf die Modelle spezialisiert sei. Das erspare wiederum Zuschüsse fürs Richtenlassen. Die 4000 Euro gewährte der Bezirksausschuss gegen eine Stimme von Julia Zimprich (Grüne).

© SZ vom 22.01.2021
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