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Advent:Maibaum auf dem Viktualienmarkt ist zu morsch für Lichterketten

Weihnachtlicher Maibaum auf dem Viktualienmarkt in München, 2015

Den Weihnachtsmaibaum wird es in diesem Jahr nicht mehr geben.

(Foto: Robert Haas)
  • Der Maibaum auf dem Viktualienmarkt ist gefällt worden, weil der Stamm morsch war.
  • Seit 2012 verwandelte sich der Maibaum in der Adventszeit in einen Lichterbaum. Der Weihnachtsmaibaum entfällt dieses Jahr.
  • Ein neues Konzept für die Beleuchtung des Viktualienmarkts in der Vorweihnachtszeit gibt es bisher noch nicht.

Von Thomas Anlauf

Das Wahrzeichen des Viktualienmarkts ist am Dienstag gefällt worden. Der 37 Meter hohe Maibaum, der im Mai 2012 aufgestellt wurde, stellte offenbar ein Sicherheitsrisiko dar. Eine Prüfung hatte ergeben, dass der Stamm morsch ist, heißt es aus dem zuständigen Kommunalreferat. Das wäre eigentlich nicht weiter tragisch. Überall in Bayern kommt es vor, dass Maibäume außerplanmäßig gefällt werden, weil sie nicht mehr standfest sind.

Kommunalreferent Axel Markwardt hat die Hiobsbotschaft für den Maibaum dennoch "sehr zu meinem Ärger" vernommen. Denn seit 2012 verwandelte sich der weithin sichtbare Stamm in der Adventszeit in einen Lichterbaum. "Der Weihnachtsmaibaum entfällt dieses Jahr", räumt Markwardt deshalb ein. Wie der Viktualienmarkt dennoch im Dezember festlich erstrahlen soll, ist noch völlig offen.

Ein Team aus Marketingexperten, das für den Markt das vorweihnachtliche Lichtkonzept entwickelt hatte, muss nun prüfen, wie es in diesem Jahr dennoch einen Lichterzauber geben kann. Es soll der Wunsch der Händler gewesen sein, dass der zwei Hektar große Platz gerade an den dunklen Abenden zwischen den Jahren heller erleuchtet wird.

In den vergangenen Jahren wurde deshalb nicht nur der Maibaum mit Lichtern geschmückt, sondern auch das Müllhäuschen auf dem Viktualienmarkt, die kahlen Bäume und die 42 Straßenlaternen zwischen den Standln wurden beleuchtet. Münchens oberster Marktchef könnte sich vorstellen, dass es in diesem Jahr im Advent erstmals beleuchtete Torbögen als Zugang zum Platz geben könnte. Aber "konkrete Überlegungen gibt es tatsächlich noch nicht", sagt Markwardts Sprecher Bernd Plank.

Unter den Händlern kursieren deshalb schon Gerüchte. Von 20 Christkindlbuden ist die Rede, die zwischen den Obst- und Gemüsestandln aufgebaut werden könnten. "Das soll ein Weihnachtsmarkt werden", glaubt Marktsprecherin Elke Fett. "Ein Gerücht", kontert Markwardt, da sei nichts dran. Trotzdem könnten es in diesem Advent ein paar Buden mehr werden als bisher. Im vergangenen Jahr gesellte sich schon ein Glühweinstand neben den Biergarten. Droht also eine weitere Expansion des jetzt schon unüberschaubaren Christkindlmarkts vom Marienplatz?

Das wohl nicht. Trotzdem dürfte der Adventstrubel rund ums Münchner Rathaus in diesem Jahr noch größer werden, wenn am benachbarten Viktualienmarkt keine rechte Adventsstimmung aufkommt. Immerhin wird es am Marienplatz wieder einen echten Christbaum geben. Wie es seit fast vier Jahrzehnten Brauch ist, spendiert eine Gemeinde meist aus dem Oberland einen Baum. In diesem Advent wird er erstmals aus dem Allgäu kommen. Ob er den Verlust des Maibaums wettmachen kann, muss sich zeigen.

© SZ vom 05.10.2016/amm

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