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Tesla:Und auch die Zauneidechse

Elon Musk hat wenig Anlass, über die Landesregierung in Brandenburg zu klagen.

Von Jan Heidtmann

Elon Musk hat den Hang zum großspurigen Auftritt - das gehört vielleicht dazu, wenn man der Chef von Tesla ist. Dies hat sich bei einem seiner Deutschlandbesuche gezeigt, als ihn viele Politiker gerne gesprochen hätten. Musk aber traf kaum Verabredungen, sondern tauchte auf, wann und wo es ihm passte. Es zeigt sich jetzt wieder: Nach den Erfahrungen beim Bau seiner Gigafabrik in Brandenburg übt sein Unternehmen Generalkritik an der Genehmigungspraxis hierzulande.

Richtig ist, dass es immer noch keine endgültige Baugenehmigung für das Werk gibt. Eigentlich sollte sie im Herbst vorliegen, dann wieder im März. Dazwischen kamen Corona, jede Menge Einsprüche der Bürger, aber auch eine Reihe von Planänderungen durch Tesla selbst. Richtig ist auch, dass beim Bau einer Fabrik viel berücksichtigt werden muss, vom Wasserverbrauch bis zur Zauneidechse.

Zugleich erfährt Tesla Unterstützung, vor allem von der Landesregierung in Brandenburg. Mit vielerlei Ausnahmegenehmigungen schöpft sie rechtlich aus, was möglich ist; eine Tesla-Taskforce sorgt dafür, dass dies auch schnell geht. So ist der Prestige-Bau in Grünheide ein gemeinsamer Lernprozess. Eines der, wie es unter Managern so schön heißt, Learnings dabei: Deutschland ist nicht die USA und auch nicht China. Bürgerbeteiligung gilt hier als Wert an sich.

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