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Corona-Pandemie:Das Unvorstellbare denken

Der Preis für verlorene Zeit: Das Coronavirus hat besonders verheerend in der brasilianischen Stadt Manaus gewütet.

(Foto: Michael Dantas/AFP)

Die Pandemie bestraft ängstliche Tatenarmut ebenso wie hoffnungsvolles Leugnen - und lehrt: Zeit ist eine existenzielle Währung. Das hilft auch im Umgang mit einer anderen Krise.

Kolumne von Carolin Emcke

Vielleicht werden wir irgendwann einmal dankbar sein, später, wenn die Toten betrauert und die psychischen und ökonomischen Versehrungen verheilt sind. Vielleicht werden wir dann auf die Erfahrung der Pandemie anders schauen können als im Moment, da sie uns nur belastet und quält, da alle sich sehnen nach einem nostalgischen Früher, das unwahrscheinlicher wird mit jedem Tag. Vielleicht werden wir empfänglicher sein für das, was sie uns vorgeführt hat, unverhüllt und schonungslos, was wir sonst zu erkennen vermieden hätten: die Ethik des vorausschauenden Denkens, die politische und gesellschaftliche Aufgabe sich auszumalen, was noch nicht ist, aber sein wird, wenn wir tatenlos bleiben.

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