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Linke:Wenn es darauf ankommt, zoffen sie sich

Die Linken inszenieren ihren Parteitag als Versöhnungstreffen. Das kommt reichlich spät.

Von Christoph Koopmann

Die internationale Solidarität halten sie bei der Linken schon aus Tradition hoch, anders sieht es da mit der innerparteilichen aus. Vor allem die Fetzereien der Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger mit Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine waren jahrelang Folklore. Doch die Linken-Spitze ist seit Februar eine andere - und damit auch der Ton.

Neu-Co-Chefin Susanne Hennig-Wellsow hat sich am Freitag mit Lafontaine getroffen, ein Versöhnungsgipfel, ehe es am Wochenende beim Parteitag ums Wahlprogramm ging. "Wir müssen ausstrahlen: Wir sind eins, und es gibt keine zwei Parteien", rief Hennig-Wellsow da vom Podium. Geschlossenheit demonstrieren, damit es endlich um Inhalte gehen kann - diesen Weg betrachtet die Parteiführung als einzige Chance, bis zur Bundestagswahl noch aus dem Umfragetief herauszufinden. Zu Recht.

Doch die Besinnung kommt sehr spät. Die Corona-Krise mit ihren dramatischen sozialen Verwerfungen war für die Linke die Chance, bei den Menschen wieder mit echten Visionen für ein gerechteres Land zu punkten. Aber die Partei blieb über die vergangenen 16 Monate merkwürdig blass. Als es drauf ankam, zofften die Linken sich lieber, als zusammen ihre Reformvorschläge wie Vermögensabgabe und Mindestrente populär zu machen. Dieser Eindruck wird bleiben.

© SZ/wok
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