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AfD:Der Chefin fiel nichts auf

Die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel steckt tief drin in einem Spendenskandal.

Von Markus Balser

Die feierliche Kür ist noch nicht lange her. Ende Mai wurde AfD-Fraktionschefin Alice Weidel zusammen mit Parteichef Tino Chrupalla zum Spitzenduo für den Bundestagswahlkampf gewählt. Die Partei müsse die Belastungen der Vergangenheit hinter sich lassen und einig in den Wahlkampf ziehen, forderte Weidel beim ersten Auftritt. Doch so einfach wird das mit dem unbelasteten Wahlkampf nicht.

Denn die Spitzenkandidatin steckt mittendrin in einem Spendenskandal. Das Berliner Verwaltungsgericht stufte am Mittwoch Zahlungen von mehr als 130 000 Euro aus dem Jahr 2017 als illegal ein - Zahlungen, die für Weidels damaligen Wahlkampf gedacht waren. Die AfD, die Partei, die sich selbst so gern das Saubermann-Image verpasst, muss fast 400 000 Euro Strafe zahlen.

Weidel selbst sieht sich nicht in der Verantwortung. Dabei war die Spende höchst verdächtig. Sie kam aus der Schweiz - obwohl Parteien kein Geld aus Ländern außerhalb der EU annehmen dürfen. Trotz der großen Summe, die in Tranchen gestückelt war, blieb zudem unklar, wer der Spender war. Die Ökonomin Weidel hätte dies alles alarmieren müssen. Doch monatelang blieb das Geld auf dem Konto ihres Kreisverbands, ohne dass Behörden oder die Parteispitze davon erfuhren. Nun ermitteln auch Staatsanwälte. Für die AfD ist diese Affäre längst nicht zu Ende.

© SZ/de
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