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Vor Gericht: Generalsekretärin versus ARD:Beschnittene Kompetenzen

Fünf Jahre später ist der Plan gescheitert. Das Verhältnis zwischen Verena Wiedemann und den ARD-Hierarchen ist offenkundig zerrüttet. Statt das Chaos in der ARD zu ordnen, ist sie auf dem Posten untergegangen. Einen Platz auf Augenhöhe der Intendanten hat sie nicht gefunden.

Der Streit wird inzwischen vor dem Arbeitsgericht Berlin ausgetragen, am Montag dieser Woche scheiterte eine Güteverhandlung. Wiedemann klagt nach Auskunft des Gerichts gegen die ARD auf Schadensersatz und Schmerzensgeld - und erhebt in diesem Zusammenhang Mobbingvorwürfe: Man habe ihre Kompetenzen beschneiden wollen. Am 30. Juni endet ihr Vertrag, die Beziehung zum Senderverbund ist am Anschlag. Sie soll durch den Streit erkrankt sein.

Die ARD, in der die WDR-Intendantin Monika Piel derzeit den Vorsitz führt, wies am Dienstag alle Vorwürfe zurück. Die Behauptungen seien "nicht nachvollziehbar und aus der Luft gegriffen". Ihr Vorgänger als ARD-Chef, Peter Boudgoust vom SWR, habe Wiedemann vielmehr im Juni 2010 "fristgerecht erklärt", dass man den Dienstvertrag mit ihr "vertragsgemäß" fortsetzen wolle: "Hierzu hat sich Frau Dr. Wiedemann bislang nicht geäußert. Dieses Angebot gilt unverändert fort." ARD-Kreisen zufolge nahm an dem Treffen damals allerdings neben Boudgoust auch die WDR-Intendantin teil, Monika Piel.

Eine Rolle im Streit spielt wohl auch, dass das Generalsekretariat umziehen soll - vom repräsentativen Schiffbauerdamm zum RBB, dem es verwaltungstechnisch zugeordnet ist. Der Umzug in die vorhandenen Räumlichkeiten beim RBB habe "einzig und allein mit den notwendigen Sparbemühungen der ARD zu tun", erklärt SWR-Chef Boudgoust auf Anfrage. Es gehe hierbei um das Einsparen von Mietkosten, nicht um die Zukunft des Generalsekretariats.

Wiedemann selbst wollte sich am Dienstag nicht zur Sache äußern. Aus ihrem Umfeld ist zu hören, sie habe wohl den Eindruck gewonnen, bald nachdem Plog und Pleitgen aus dem Amt geschieden waren, hätten mächtige ARD-Manager den Posten am liebsten wieder abgeschafft, den sie als unliebsame Konkurrenz betrachtet würden.

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