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Journalismus in Deutschland:Studie: Vertrauen in Medien ist gestiegen

Die Conoravirus-Krise und erweiterte Ausgangsbeschränkungen durch die Behörden mit Reisewarnungen und Kontaktverboten fü

Im Krisenjahr 2020 halten mehr Menschen die Medien für glaubwürdiger als 2019.

(Foto: imago images/Ralph Peters)

Laut einer repräsentativen Umfrage halten zwei Drittel der Befragten die Berichterstattung für vertrauenswürdig - ein enormer Anstieg im Krisenjahr 2020.

Von Moritz Fehrle

Das Vertrauen in die Medienberichterstattung ist im Jahr 2020 merklich gestiegen. Das ergibt eine repräsentative Umfrage von etwa 1000 Wahlberechtigten, die im September und Oktober von Infratest Dimap im Auftrag des WDR durchgeführt wurde. Demnach halten mehr als zwei Drittel der Befragten die Berichterstattung der Medien in Deutschland für vertrauenswürdig.

Im Vergleich zum Vorjahr ist das Vertrauen um sechs Prozentpunkte gestiegen und liegt damit so hoch wie nie seit der erstmaligen Erhebung der jährlichen Studie im Jahr 2015. Besonders hohe Vertrauenswerte von mehr als 80 Prozent kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk verzeichnen. Auch deutsche Tageszeitungen werden von 74 Prozent der Befragten als glaubwürdig eingeschätzt, während Boulevard- und soziale Medien deutlich als wenig glaubwürdig bewertet werden.

Ähnlich sieht es bei der Berichterstattung zur Covid-19-Pandemie aus. Vier von fünf Befragten bewerten diese im öffentlich-rechtlichen Rundfunk als "gut" oder "sehr gut". Auch die Berichterstattung in den deutschen Tageszeitungen trifft bei 68 Prozent der Befragten auf Zustimmung. Als mehrheitlich schlecht wird hingegen die Pandemie-Berichterstattung in den Boulevardmedien beurteilt, nur elf Prozent der Befragten finden diese gut oder sehr gut.

Auch das Vertrauen in politische Institutionen ist im Krisenjahr gestiegen

Zweifel an der Unabhängigkeit der Medien gibt es dennoch. Mehr als ein Drittel der Befragten glaubt, dass es eine politische Einflussnahme auf die Berichterstattung gebe. Merkliche Unterschiede gibt es zwischen alten und neuen Bundesländern. Während im Westen 33 Prozent der Befragten finden, dass es eine politische Einflussnahme gebe, ist es im Osten mit 46 Prozent fast jeder Zweite. 60 Prozent der Befragten insgesamt glauben, dass es keine solche Einflussnahme auf die Medienberichterstattung gebe. Auch dieser Wert ist so hoch wie noch nie, seit mit der jährlichen Studie begonnen wurde.

Das Vertrauen in die politischen Institutionen hat im Krisenjahr 2020 ebenfalls deutlich zugenommen. Besonders der Bundesregierung bringen die Befragten deutlich mehr Vertrauen entgegen. 61 Prozent geben an, großes oder sehr großes Vertrauen in die Bundesregierung zu haben, der Wert ist im Vergleich zum Vorjahr um ganze 24 Prozentpunkte gestiegen. Das Vertrauen in den Bundestag liegt mit 57 Prozent ein wenig niedriger, ist aber im Vergleich zur letzten Umfrage ebenfalls stark gestiegen.

Trotz verschiedener Affären und Debatten in den vergangenen Monaten hat auch das Vertrauen in die Polizei leicht zugenommen. 84 Prozent der Befragten bringen ihr sehr großes oder großes Vertrauen entgegen, höhere Werte kann keine andere Institution verzeichnen.

© SZ/khil

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