Umbau wegen Umstellung auf „digitalen Prozess“: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ schließt seine Rheinische Redaktionsgemeinschaft. So fallen erneut Stellen bei der Mediengruppe weg.
MeinungÜbernahme „Fränkischer Tag“
:Was passiert, wenn das Lokalblatt an Autorität verliert
Bambergs CSU liegt am Boden. Das wäre die Stunde der örtlichen Zeitung. Seit einem Verlagswechsel aber reiht sich beim „Fränkischen Tag“ ein Malheur ans andere. Ein kritischer Moment für die Stadtgesellschaft.
Medien
:Eine verstörende Argumentation
Die „Fuldaer Zeitung“ druckt einen Leserbrief ab, in dem ein Pfarrer den Anschlag auf den CSD ein „Signal des Himmels“ nennt. Der Chefredakteur rechtfertigt die Veröffentlichung – und offenbart dabei ein Missverständnis.
Journalismus
:Doch kein Terrorist
Die „Berliner Zeitung“ bezichtigt den Nahostexperten Daniel Gerlach, „ideologischer Bodenbereiter“ antisemitischer Angriffe zu sein – wegen eines Selfies bei einem Fußballspiel. Der Presserat missbilligt das, den Verleger der Zeitung scheint es nicht zu stören.
NS-Vergangenheit in der Süddeutschen Zeitung
:Schatten auf dem Neuanfang
Im Lichte der veröffentlichten NSDAP-Mitgliederkartei schaut auch die „Süddeutsche Zeitung“ erneut auf die Verstrickungen ihrer Gründungsmitglieder – und deren Strategien des Vertuschens und Verharmlosens.
Journalismus
:„Wir würden nie Redaktionen zusammenlegen“
Andrea Wasmuth ist Geschäftsführerin des neuen Unternehmens Holtzbrinck Media („Tagesspiegel“, „Handelsblatt“). Zusammen mit Verleger Dieter von Holtzbrinck hat sie große Ziele – und möchte andere Medien zukaufen.
Journalismus
:Holger Friedrich gibt Geschäftsführung seiner Medienholding ab
Der Berliner Verleger Holger Friedrich zieht sich in den Aufsichtsrat der Ostdeutschen Medienholding zurück, die hinter Publikationen wie der „Berliner Zeitung“ steht. Die neue Führung steht bereits fest.
Serie
:Macht, Medien und Männerfreundschaft
In „The Hack“ auf Arte geht es um den britischen Abhörskandal. Allerdings paart die Serie Presse-Ethik mit einem True-Crime-Fall. Und das ist zu viel.
MeinungWurster
:Redaktionssitzung der Zukunft
Bayerisches Zeitungsmonopol
:„Das Haus wird auseinandergenommen“
Die Mediengruppe Bayern aus Passau hat den Verlag hinter dem „Fränkischen Tag“ geschluckt. Seitdem wird der Konzern demontiert: Es gibt Kündigungen, Klagen und Frust. Die Redaktion ist bislang verschont geblieben.
Journalismus
:Und jetzt eine neue Welt
Der Verleger Holger Friedrich hat eine Politikberatungsfirma gegründet. Auch in seinen Zeitungen versucht er, Einfluss zu nehmen – und wirbt für mehr Offenheit gegenüber autokratischen Herrschern.
Jüdische Allgemeine
:Wer den deutschen Schlaf stört
Die „Jüdische Allgemeine“ ist kein Gemeindeblatt. Sie will die Stimme der deutschen Juden sein. Und sie ruft hinein in die deutschen Diskussionen. In diesen Tagen wird sie achtzig Jahre alt.
Journalismus
:Fördert euch doch selbst
Pro Quote Medien setzt sich seit 2012 für mehr Chefinnen in deutschen Redaktionen ein. Nun hat das Familienministerium dem Verein die Förderung gestrichen. Warum?
Medien
:Springer-Chef Döpfner ist in Großbritannien am Ziel
Das britische Kulturministerium hat das Geschäft genehmigt: Der Berliner Medienkonzern darf die Zeitung „Daily Telegraph“ übernehmen. Damit sind so gut wie alle Hürden genommen.
Glosse
:Das Streiflicht
Frei nach Mark Twain: Die Nachricht vom Ableben der 194-jährigen Riesenschildkröte Jonathan war wirklich eine Übertreibung.
Journalismus
:„Wir sind alle Europäer“
In der Slowakei werden Journalisten von der EU-feindlichen Regierung beschimpft, sogar bedroht. Nun übernimmt die slowakische Tageszeitung „Denník N“ ausgerechnet das Brüsseler Medium „EU Observer“. Es ist auch ein politisches Bekenntnis.
„Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“
:Chefredakteur geht drei Wochen nach Erstveröffentlichung
Gerade drei Wochen ist es her, seit die erste Ausgabe der OAZ gedruckt wurde. Bei der Nachfolge für Dorian Baganz könnte die Herkunft eine Rolle spielen.
Medien
:Axel Springer kauft britischen „Telegraph“
Damit geht eine der ältesten Zeitungen Großbritanniens in deutschen Besitz über. Der Kaufpreis liegt bei 663 Millionen Euro.
Zeitungen
:DuMont übernimmt die „Kölnische Rundschau“
In der Kölner Regionalzeitung werden 30 Stellen abgebaut. Kritik an der Entscheidung kommt von Journalistenverbänden – und dem Oberbürgermeister der Stadt.
Journalismus
:Im Osten geht die Sonne auf
Der Verleger Holger Friedrich will mit seiner neuen „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ etwas gegen Schieflagen im gesamtdeutschen Gespräch tun. Was in den ersten Ausgaben zu Russland, der AfD oder dem Frankfurter Bahnhofsviertel zu lesen war.
Nach der Affäre Reichelt hatte sich der Springer-Konzern einen Kulturwandel verordnet, doch Recherchen rund um den Rücktritt des „Welt“-Chefredakteurs Jan Philipp Burgard legen nahe, was im Verlag kein Karrierehindernis war.
„Berliner Zeitung“
:Von Lissabon bis zum Ural
Gerhard Schröder hat einen Gastbeitrag in der „Berliner Zeitung“ geschrieben, der sich über weite Strecken liest wie die Rede von J. D. Vance in München. Warum hier auch das Medium die Nachricht ist.
Medien
:Ein Ende, zermürbt vom Zeitgeist
Harald Martenstein, „Zeit“-Kolumnist und Lieblings-Störfaktor progressiver Zeitungsleser, wechselt nach 24 Jahren zu „Bild“. Ob er dort wieder wild und verwegen wird?
Axel-Springer-Verlag
:Stichwort Tiefgarage
Die „New York Times“ berichtet, der kürzlich zurückgetretene Chef der „Welt“ habe sich intern Fragen zu „unangemessenem Verhalten“ gegenüber Frauen stellen müssen. Was der Fall Jan Philipp Burgard über den vermeintlichen Kulturwandel im Springer-Verlag erzählt.
Medien
:Warum das Fernsehprojekt von „Bild“ scheiterte
Boulevard und Bewegtbild gehen eigentlich Hand in Hand. Doch als der damalige Chefredakteur Julian Reichelt „Bild Live“ startete, endete das im Chaos. Eine Studie erklärt nun aus nächster Nähe, was in der Redaktion geschah.
„20 Minuten“
:Fliegende Katzen und Finanznews
Die Schweizer Gratiszeitung „20 Minuten“ ist sehr erfolgreich. Trotzdem wird zu Weihnachten die gedruckte Ausgabe eingestellt. Verloren geht nicht nur ein legendäres Boulevardblatt.
Medien
:Der Letzte macht das Licht aus
Robin Alexander verlässt überraschend die „Welt“. Es rumort, seit an der Spitze ein Chefredakteur auf Krawallkurs steht – offenbar hat die Redaktion jüngst einen Gauland-Gastbeitrag verhindert. Was ist los bei Springers einstigem Vorzeigeblatt?
Pressefreiheit in Deutschland
:„Eine Gefahr für die Gesellschaft insgesamt“
Wirtschaftlicher Druck und veränderte Lesegewohnheiten: Der Verleger Martin Balle und SZ-Chefredakteur Wolfgang Krach diskutieren im Salon Luitpold in München die Frage, ob die Pressefreiheit in Deutschland unter Druck gerät.
Computerspiel
:Bauen Sie sich Ihre eigene Zeitung
In „News Tower“ muss der Spieler seine eigene Zeitung am Laufen halten. Das hat mit Journalismus nicht viel zu tun. Macht aber sehr viel Spaß.
Zeitungsmarkt in Bayern
:Der „Fränkische Tag“ wird jetzt aus Passau gesteuert
Die Passauer Verlegerin Simone Tucci-Diekmann setzt ihren Expansionskurs weiter fort. Ihre Mediengruppe Bayern kauft sich in Bamberg ein und übernimmt dort die Mediengruppe Oberfranken. Die Verantwortlichen verkaufen das als unvermeidlichen Schritt.
Satire-Zeitung
:Lügen, bis sich die Druckpressen biegen
Deutschlands bekannteste Satireplattform „Der Postillon“ gibt es jetzt als Printzeitung. Was für ein Blödsinn − im besten Sinne.
Journalismus
:Mediengruppe Pressedruck streicht 350 Stellen
Wieder baut ein bayerisches Medienunternehmen Stellen ab: Der Verlag hinter „Augsburger Allgemeine“, „Südkurier“ und „Main-Post“ will sich bis 2027 verkleinern.
Die taz wird digital
:Nur Klopapier ist unersetzlich
Die „taz“ stellt ihre tägliche Printausgabe ein. Wir haben die letzte Ausgabe von der Redaktionskonferenz bis zum Verkauf in den Berliner Kneipen begleitet. Ein Abschied.
80 Jahre SZ
:Die Autorinnen und Autoren des „Streiflichts“ bleiben anonym - na ja, jedenfalls meistens
Wenn das tägliche „Streiflicht“ seit 1946 wie ein Leuchtturm über dem Meer der Nachrichten scheinen soll, hat es doch ein paar lustig blinkende Warnblinker eingebaut.
80 Jahre SZ
:Man wird ja wohl noch träumen dürfen
Was kommt, wenn die Welle der künstlichen Intelligenz über die Welt hinweggerollt ist? Eine neue Ära der Aufklärung – mit alten Bekannten. Ein seherischer Blick in die Medienwelt des Jahres 2045.
80 Jahre SZ
:„Alles, was sich über die SZ angebahnt hat, war von Dauer“
Die „Süddeutsche Zeitung“ liefert nicht nur Informationen, sie kann auch Leben verändern: Sie hat Paare zusammengebracht, Menschen ein Zuhause finden lassen oder Lokalpolitikern zu revolutionären Ideen verholfen. Acht persönliche SZ-Geschichten aus der Leserschaft.
80 Jahre SZ
:„Aber objektiv könnten Sie doch wenigstens sein“
Ist die SZ-Redaktion eine Organisation, die nicht weiß, was sie inhaltlich will? Zur Trennung von Nachricht und Meinung, und dem menschlichen Faktor im Journalismus.
Interview mit einer Leserin
:„Ich kann ja nicht vier Wochen ohne die ‚Süddeutsche‘ leben!“
Thelma von Freymann hat seit 60 Jahren ein SZ Abonnement – ohne Pause. Im Gespräch erklärt sie, was sie an der Zeitung liebt, worüber sie sich ärgert und was sie für unabdingbar hält: einen weiten Horizont und einen kritischen Geist.
MeinungDemokratie
:Der Wandel der Medienwelt in den USA sollte Deutschland ein abschreckendes Beispiel sein
In Amerika geben längst Influencer und Podcaster den Ton an. Die Folge: Jeder sitzt in seinem Meinungsbunker, eine Verständigung ist fast unmöglich. Und auch hierzulande verschiebt sich gerade etwas.
Journalismus
:Rüge für die „Passauer Neue Presse“
Die Zeitung hatte im Zusammenhang mit einer Vermisstensuche identifizierend über die SZ-Nachrichtenchefin berichtet. Darin sieht der Deutsche Presserat eine schwere Verletzung der Persönlichkeitsrechte.
Spin-off von The Office
:Hoffnungsvoll altmodisch
Die Serie „The Paper“ erzählt die Geschichte vom Kampf einer Provinzzeitung gegen das drohende Aus – eine Bürosatire mit herzerwärmenden Charakteren.
Zeitungsverlage
:Kinder, hier gibt’s was umsonst
Wie bringt man junge Menschen dazu, sich mehr bei Qualitätsmedien zu informieren? Norwegen erprobt ein neues Modell: Anfixen für lau.
Paris
:Der letzte Zeitungsverkäufer von Paris
Seit 1973 ist Ali Akbar als Zeitungsjunge in Paris unterwegs, schon Sartre gehörte zu seinen Kunden. Er wurde zwar nie Franzose, aber den höchsten Orden der Republik bekommt er jetzt trotzdem.
Verleger Holger Friedrich
:Was der ostdeutsche Blick sein soll
Putin-Versteher, Autokratenfreund und nun angeblich auch noch Antisemit: Die publizistischen Einwürfe von Holger Friedrich, unter anderem Verleger der „Berliner Zeitung“, führen regelmäßig zu wütenden Reaktionen.
Fest zum 80. Geburtstag der SZ
:Das Beste ist noch nicht vorbei
Aubinger Nächte sind lang – und die Controllerin tanzt barfuß zu Rap-Musik: Wie die Süddeutsche Zeitung mit prominenten Gästen und den Mitarbeitern ihr 80-jähriges Bestehen im Bergson Kulturkraftwerk feiert.
Deutscher Alltag
:Immer lesen, nix arbeiten
Auf der assoziativen Drehleiter ins Reich der Ironie: Der Streiflicht-Autor Hermann Unterstöger stand wie kein anderer für die Mischung aus Bildung, Ironie und Bodenständigkeit.
Studie zur Mediennutzung
:Nichts sehen, nichts hören, alles wissen
Bitte nicht noch mehr schlechte News: Die Zahl der Deutschen, die Nachrichten meiden, nimmt zu. Gleichzeitig bleiben sie interessiert am Weltgeschehen. Wie passt das zusammen? Erkenntnisse aus dem „Reuters Digital News Report“.
Wegen NS-Verstrickungen
:Ingolstadt erkennt Zeitungsverleger Reissmüller posthum die Ehrenbürgerwürde ab
Der frühere Herausgeber des „Donaukurier“ hatte seine Rolle im NS-Staat bis zu seinem Tod vertuscht. Nun distanziert die Stadt sich von der einstigen Machtfigur, die Kritik rigoros unterdrückte.
Zeitschrift
:Unverhoffte Zugabe
Die „Weltbühne“ ist wieder da. Das legendäre Monatsblatt war vor 32 Jahren in einem bizarren Rechtsstreit untergegangen. Jetzt will es der Verleger Holger Friedrich wiederbeleben.
Journalismus
:Hier kocht die KI
Die italienische Tageszeitung „Il Foglio“ bringt neuerdings täglich eine KI-Ausgabe heraus. Und siehe: Die künstlichen Kollegen können was. Aber sie haben eine Schwachstelle.