Katharina Nocun zu Verschwörungsmythen:"Wir raten dazu, möglichst früh das Gespräch zu suchen"

Lesezeit: 6 min

Katharina Nocun

"Menschen verfallen Verschwörungsmythen oft in Phasen großer persönlicher Unsicherheit", sagt die Autorin, Bloggerin und Politikwissenschaftlerin Katharina Nocun.

(Foto: Gordon Welters)

Wie redet man mit Menschen, die Verschwörungsideologien verfallen sind? Ein Gespräch über Ursprung und Folgen vieler Mythen, rote Linien und die Kraft einer einfachen Frage: Wie geht es dir eigentlich?

Interview von Quentin Lichtblau

Ein besseres Timing hätten sich die Politikwissenschaftlerin Katharina Nocun und die Psychologin Pia Lamberty kaum wünschen können: Ihr Buch "Fake Facts - wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen" erscheint am 29. Mai und damit in einer Phase der Verschwörungs-Hochkonjunktur. Man merkt dem Buch allerdings an, dass sich hier nicht ein findiger Verlag in ein paar Tagen ein Werk zur aktuellen Lage zusammgengefummelt hat. Nocun und Lamberty holen weit aus, beschreiben die psychologischen Implikationen, die Ursprünge und die Kontinuität von Verschwörungserzählungen, die bereits weit vor dem Coronavirus zirkulierten und in der Weltgeschichte wesentlich verheerendere Folgen hatten als die, die aktuell zu erleben sind. Dazu klären sie unter anderem, warum man das Phänomen grob unterschätzt, wenn man unter Verschwörungsanhängern nur Verrückte vermutet. Oder denkt, es gäbe die Mythen erst seit dem Internet oder nur unter Rechten. Gleichzeitig ist das Buch auch ein Aufruf zu einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung, zur Suche nach dem Gespräch, um Menschen einen Ausweg aus dem Verschwörungs-Wirrwarr zu ermöglichen. Ein Anruf bei Katharina Nocun.

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