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US-Wahlkampf:Stephen King twittert mit großer Wut gegen Donald Trump

Stephen King

Bei Nixon hätten die Amerikaner wenigstens nicht schon vorher gewusst, dass er ein Betrüger war: Aus Stephen Kings Tweets spricht pure Fassungslosigkeit.

(Foto: dpa)

Überall Idioten: Wenn der Horror-Autor nicht gerade Bestseller schreibt, mischt er sich in politische Kontroversen ein.

Der amerikanische Schriftsteller Stephen King hat derzeit zwei Hobbys, denen er leidenschaftlich auf Twitter nachgeht. Erstens dokumentiert er mit Fotos und Videos den Alltag des geliebten Familienhundes Molly, dem der Horror-Autor zusätzlich den Kosenamen "Thing of Evil" gegeben hat. Dieses Ding des Bösen, twittert King zum Beispiel, sitze gerade an seinem Debütroman "Die Hundemist-Chroniken", einem potenziellen Bestseller.

Außerdem schimpft, flucht und wütet King auf Twitter mit der Wut des wahren Demokraten gegen den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Donald Trump. "Wie wäre es mit folgender Idee", schreibt er: "Geben wir Amerikas Nuklearwaffen in die Hände eines schlecht gelaunten Arschlochs, das keine Ahnung von Außenpolitik hat. Was soll schon schiefgehen?" Oder er zitiert aus einem fiktiven "Buch der Republikaner": "Seht her, wir haben jede Menge Idioten, die alle Präsident werden wollen. Lasst uns nachdenken, den größten heraussuchen, und so soll es geschehen."

Der Autor schreibt nicht nur Bestseller, sondern mischt sich oft in politische Kontroversen ein

King, der nächstes Jahr seinen 70. Geburtstag feiert, ist in den USA nicht nur ein gern gelesener Schriftsteller, der schon über 50 Romane veröffentlicht hat, sondern mischt sich auch öffentlich in politische Kontroversen ein. 2013 zum Beispiel publizierte er einen Essay mit dem Titel "Schusswaffen". Er ist ein vehementer Befürworter strengerer Waffengesetze und fordert ein Verbot aller automatischen und halb automatischen Waffen, die er als "Massenvernichtungswaffen" bezeichnet.

Vor einigen Wochen hatte King einen gemeinsamen Auftritt mit dem "Game of Thrones"-Autor George R. R. Martin in Albuquerque, bei dem sie sich gegenseitig interviewten. Neben Anekdoten aus ihrem Schreiballtag mischte King sich auch hier in den Wahlkampf ein, kurz nachdem ein Schütze in einem Nachtclub in Orlando 50 Menschen getötet hatte. Der Täter möge dem sogenannten Islamischen Staat die Treue geschworen haben, aber die Waffen habe er in den USA bekommen, was künftig umgehend verhindert werden müsse. "Solange jeder einfach in einen Laden gehen kann, um sich eine Tötungsmaschine wie das AR-15 zu kaufen, wird es immer so weitergehen. Es liegt an uns, etwas zu tun."

Klar, dass King in diesem Zusammenhang den Aufstieg Donald Trumps nur noch mit purer Fassungslosigkeit kommentiert. "Der Unterschied zwischen Nixon und Trump ist, dass die Republikaner bei Nixon wenigstens nicht schon vorher wussten, dass er ein Betrüger ist."

Der letzte Twitter-Post vor Redaktionsschluss bezog sich dann aber wieder auf ein etwas leichteres Lebensproblem im King'schen Haushalt: Er hatte Erdbeermarmelade auf seine Computermaus gekleckert, was die Welt natürlich auch erfahren sollte.