Dokumentation über "Marco W." Spiel mit Ähnlichkeit

Veronica Ferres ist als Mutter, Herbert Knaup als Vater zu sehen und der schon in Dominik Grafs Mafia-Serie Im Angesicht des Verbrechens auffällige Vladimir Burlakov als Marco W. Burlakov ist ein guter Typ, ein sehr talentierter Schauspieler, vor allem sieht er Marco W. ziemlich ähnlich. Und so ist die ganze Verfilmung ausgelegt: auf Ähnlichkeiten - mit den echten Personen und der veröffentlichten Handlung.

Doch genau so, wie es beim ZDF-Zweiteiler Dresden vor ein paar Jahren nicht reichte, die Apokalypse des Kriegsbombardements akustisch und visuell zu thematisieren, reicht es nicht, einen wahren Justizthriller nur sauber und elegant zu inszenieren.

Das Drama Marco W. ist sehr gefällig, sehr geschminkt, es wird erfolgreich abschneiden. Veronica Ferres ist ständig erschüttert, verzweifelt, überfordert, aber bei bestem Willen spielt sie das alles nicht. Man weiß, was sie spielen will, und bei Herbert Knaup fällt einem ein, wie leicht der alles spielen kann und wie gehemmt er nun als traurige, bemühte väterliche Gestalt den Rand abdeckt. Verfilmungen dieser Art sind eine Flucht, sie riskieren wenig und rechnen mit Zuneigung. Und wer will die schon Marco W. verweigern?

Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis, Sat1, 20.15 Uhr.