TV-Kritik: "Brot und Spiele" in der ARD:Schweißtreibender Fünf-Minuten-Kampf

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Eine schweißtreibende Angelegenheit war dieser Fünf-Minuten-Kampf, der sowohl Maske als auch Möller arg zum Schnaufen brachte. Mit Original-Helm, Schwertern und Riesen-Schilden mussten sich die beiden Hünen messen. Auch wenn Möller ein paar Zentimeter größer und etwa 20 Kilo schwerer ist als Maske, war es mit schlichtem Wegrammen nicht getan.

Der frühere Boxprofi erwies sich als flinker Kämpfer, der auch noch mit der linken Hand angreift. Maske hatte über seine Erfolgschancen im Gladiatorenkampf mit Möller sinniert. "Die haben mir den letzten Vorteil genommen, den ich hatte", denn der Sandboden in der Arena sei einfach zu weich, um seine Fähigkeiten als ehemaliger Profiboxer vollständig einsetzen zu können. "Ralf ist mir ansonsten körperlich ein wenig überlegen."

Doch Maske kam bestens mit seiner klobigen Ausrüstung klar und besiegte den früheren Gladiator-Darsteller. Eine Überraschung, nicht zuletzt für Maske. Beim abschließenden Wagenrennen setzte sich Christine Neubauer mit wilder Entschlossenheit klar gegen Andrea Kaiser durch - der Spielstand 15 zu 21, oder, stilecht, XV zu XXI, zeigte den Sieger deutlich an.

Die beiden letzten Wettkämpfe waren die spannendsten, das liegt wohl in der Natur der Sache. Und dazwischen? Allerlei Wissenswertes über eine Zeit, durch die sich die meisten Schüler im Unterricht eher quälen, die uns aber eine Reihe von Errungenschaften gebracht hat. Übertragen in eine heutige Welt, die verständlich ist. Da liest Jens Riewa im Kettenhemd die Tagesschau vor, "mit den gleichen nachrichtlichen Dauerbrennern wie heute". "Salvete", begrüßt er die Zuschauer - und liest von Riesen-Rollen ab. Auch musste er sich im Vorfeld der Sendung als Legionär durch das Römer-Leben kämpfen, merkwürdige Mahle essen und auch in einem Ruderboot schwitzen.

Mareile Höppner, Co- und so etwas wie eine Außen-Moderatorin, brachte noch allerlei Geschichts-Fakten in Erfahrung. Was etwa die Römer aßen, warum der Schleier der Braut orange war, wie gekämpft und wie Handwerk betrieben wurde. Jenseits von Ben Hur und Spartakus war das eine lehrreiche Samstagabendshow, die zwar keine tiefen wissenschaftlichen Erkenntnisse brachte, aber die historischen Fakten unterhaltsam aufbereitet hat. Und die bei einer Erkenntnis mitgeholfen hat: Ein Archäologe muss schubkarrenweise Dreck wegschaffen, ehe er eine kleine Entdeckung macht.

Auch der Leiter des Archäologischen Parks des Landschaftsverbands Rheinland in Xanten, Martin Müller, durfte ein bisschen Werbung für seinen Park und das Museum machen - und freut sich auf viele neue Besucher am Niederrhein, die über den Umweg Fernsehen ihre Faszination für die alten Römer entdecken.

Die wohl angenehmste Aufgabe im Vorfeld der Show hatten die Kandidatinnen Franziska van Almsick und Maite Kelly: Sie durften sich in einem Wellness-Tempel, wie er zu Zeiten der Römer wohl ausgesehen haben muss, vergnügen. Mit Sauna und warmen Bädern, mit römischen Reinigungsritualen und Körperpflege aus einer anderen Zeit - aber auch mit Haarfarbe aus Blutegeln, Lidschatten aus Fliegen und Lippenstift aus vergorenem Wein. Es war einfach eine andere Zeit, damals.

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