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Regierungssprecher Seibert:Seibert, ein Schröder-Versteher

Sein Vater hatte einen Verlag für Kunstbücher, was beim Filius die Lust am Bibliophilen gefördert hat. Doch als er zwölf ist, trennen sich die Eltern und Steffen Seibert zieht mit der Mutter nach Hannover. Wieder einer aus Hannover! So wie Lena und Christian Wulff!

Zu Seiberts Lieblingsautoren gehört Anthony Powell (A dance to the music of time) und mit seiner Frau Sophia, einer Malerin, ist er seit einem Vierteljahrhundert zusammen. Sie lehrte ihm, Bilder zu verstehen.

In der Finanzkrise waren Seibert all jene Politikerinnen und Politiker am sympathischsten, die Schwierigkeiten und Schwächen eingestanden hätten. "Wir als Bürger und Wähler müssen so etwas zulassen", sagt er. Wir dürfen von unseren Politiker nicht immer Allwissenheit verlangen - das kann kein Mensch einlösen." Prinzipiell glaube er, dass Politiker aus Fehlern in der Vergangenheit lernen - "um dann neue zu machen".

"Ich kann Regierungssprecher"

Auch zu seinem Wahlverhalten hat sich der neue Regierungssprecher schon geäußert. Er habe, bis auf die Linkspartei, alle Parteien, die im Bundestag sitzen, schon einmal gewählt : "Ich bin ein ziemlicher Wechselwähler. Daher kann ich mir auch ziemlich alle Konstellationen vorstellen." Das Problem sei, dass er kurz vor dem Wahltag viele widerstreitende Stimmen in sich höre. Das wird sich ändern müssen.

Überzeugend fand er im Übrigen immer Helmut Schmidt, und er fügte an, dass man über Gerhard Schröder genauso Gutes zu sagen findet wie über Angela Merkel.

Als Wechselwähler freilich darf sich Steffen Seibert in seinem neuen Amt nicht profilieren. Nun zählen für ihn auch nicht mehr alle möglichen Optionen, inklusive Schwarz-Grün, es zählt erst einmal Schwarz-Gelb.

Und welche Qualifikationen für ein Regierungsamt nötig sind, das weiß er ganz genau: Schließlich hat er im ZDF eine Sendung moderiert, in der sich junge Leute als Superpolitiker bewiesen. "Ich kann Kanzler".

Nun muss er erst einmal zeigen: "Ich kann Regierungssprecher".