RTL-Dschungelcamp: Tag 10 "2019 wird für mich das schlaue Jahr"

Bastian Yotta hat nicht nur definierte Muskeln und ein ausgeprägtes Ego, sondern auch eine Erklärung für seinen Nachnamen parat. Tipp: Es hat mit Größenwahn zu tun.

(Foto: TV Now)

Evelyn hat zwar keine Fehlbildung, aber gebildet ist sie auch (noch) nicht. Der Yotta zeigt, was er im Kopf hat - und der Sohn von Doreen, dass er der neue Thorsten Legat sein könnte.

TV-Kritik von Johanna Bruckner

Thema des Tages: Selbstzweifel. Ein klassisches Phänomen unter Dschungelcampern nach zehn Tagen ohne Kontakt zur Außenwelt. Keine Auftritte in Dorfdiskotheken, keine Schlagzeilen im Boulevard, keine Likes - wie soll man da wissen, wo man steht? Evelyn Burdecki stellt sich selbst infrage, emotional und intellektuell. Sie wurde hineingeschmissen "in diese Fernsehwelt", lebt "irgendwo 'nen Traum". Aber hat sie darüber die Menschen vergessen, mit denen sie aufgewachsen ist? Nicht die einzige Frage, die die Fernsehfachfrau quält: Ist ihr Spitzname "Big Brain Burdecki" möglicherweise unverdient? "Ne Fehlbildung hab' ich jetzt nicht. Bisschen Bildung hab' ich", sagt Evelyn. Aber sie hat eben auch Minderwertigkeitskomplexe. "Das ist schon manchmal schwer, wenn du in der Gruppe mit gebildeten Leuten bist - sich mit denen zu unterhalten." Und ja, wir sind immer noch im RTL-Dschungelcamp, jenem Format, das im Verdacht steht, die Volksverdummung voranzutreiben. Evelyn will daran jedenfalls nicht schuld sein - sie hat große Pläne. "2019 wird für mich das schlaue Jahr. Nach dem Dschungel hab' ich mir vorgenommen, zu studieren und Bücher zu lesen." Sie fragen: "Waaas?" Antwort: "Irgendwas mit Finance."

Klingt mega ambitioniert? "Nicht mega, yotta", korrigiert der Yotta. "Weil mega ist das Zweitnie­drigs­te und yotta ist das Höchste."

Bei Sybille Rauch schießen die Ängste nach ihrem Auszug dagegen ins Unermessliche. Wohl auch, weil schon die Verabschiedung im Camp für die Eis am Stiel-Ikone unterkühlt ausfällt. Sibylle sagt: "Ja, schade." Peter sagt: "Ja, grüß' schön." Die 58-Jährige ist ernüchtert: "Ich wusste es, dass es diese zweite Chance nicht gibt, wenn man da landet, wo ich gelandet bin. Und irgendwie hat das ja auch einen Grund." Ja, das Leben ist nicht fair - und das Realityfernsehen schon gar nicht. Da geht nun ausgerechnet die Frau früh, die vielleicht am authentischsten war. Sicher aber am selbstkritischsten. "Also bei meinem Manager wird es auf jeden Fall ein Donnerwetter geben", befürchtet Sibylle. Doch Manager Helmut Werner, der schon eine gewisse Gina-Lisa Lohfink (schlecht) beriet, ist kein Unmensch. Er sagt das, was Sibylle jetzt hören muss: "Der Terminkalender ist voll."

Fernsehen "Mit dem Schwanz will ich nix zu tun haben"
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"Mit dem Schwanz will ich nix zu tun haben"

Felix verkündet, dass er Vater wird. Wie sich das für einen Medienprofi gehört: mit Tränen und einer Pressemitteilung. Sybille liefert ein letztes Mal, wofür sie eingekauft wurde. Sex.   TV-Kritik von Johanna Bruckner

Tragende Rolle: die Bockigen. Bobfahrerin Sandra Kiriasis hat Lust auf Bockwurst. Sex-Expertin Leila Lowfire hat dagegen keinen Bock. Also aufs Gewinnen. Ob ihr so langsam nicht doch die Vorstellung gefalle, die Dschungelkrone zu holen, fragt Moderator Daniel Hartwich. Leila antwortet ganz ohne Feuer: "Ja, muss, ne."

Worüber wurde am Lagerfeuer gesprochen? Über Post aus der Heimat. Die wird traditionell ins Lager geschickt, wenn die Moral der Truppe sinkt und die Ersten übers Desertieren nachdenken. In so einer Situation helfen den Zeitsoldaten bestärkende Worte von den Lieben zuhause. Vor allem aber helfen sie dem Sender mit der Quote. Also los geht's - hier ein "Best of Briefphrasen".

"Ich konnte mir das nicht vorstellen, wie schwer es ohne dich wird." (Schreibt Bastian Yottas Freundin Maria. Der bedankt sich artig: "It really touched my heart.")

"Wir gucken dich jeden Tag." (Schreiben Mutti und Vati von "Bobhase" Sandra Kiriasis.)

"Du bist im Camp so, wie du bist." (Schreiben die Eltern von GZSZ-Darsteller Felix van Deventer. Der verdrückt darauf am Lagerfeuer ein paar Tränchen. Und zur Sicherheit vor der Kamera im Dschungeltelefon auch noch mal.)

Und die Dschungelprüfung? Zeigt, dass die Selbstzweifel von Evelyn unbegründet sind. Alle müssen im Kolosseum antreten, aber vor allem eine liefert ab. Evelyn sagt: "Oh mein Gott, ich hab' schon zwei Mückenstiche." Evelyn fragt: "Kann man davon sterben?" Und Evelyn klagt, als sie von Moderator Daniel Hartwich gefragt wird, wie schlimm es denn gewesen sei, Dutzende grüne Ameisen im Gesicht zu haben: "Schlimmer als Fruchtsäurepeeling." Allein dafür hätte die Gladiatorin die volle Punktzahl verdient. Wegen ihren Mitkämpfern werden es dann aber nur neun von zehn Sternen.

Wer ist raus? Tommi Piper. Der appelliert an seine Mitcamper: "Wir machen keine großen Heulereien." So kennt man ihn: nie übertrieben, immer triebhaft.

Satz für die TV-Annalen: "Sie hat eine natürliche Intelligenz, die aber natürlich nicht gefüttert wurde." (Sagt Peter Orloff über die Low-Smart-Diät von Evelyn Burdecki.)

Moral der Geschichte? Kinder sind die Zukunft, heißt es. Der kleine Sohn von Schauspielerin Doreen Dietel liefert den Beweis. Er lässt seine Mutter per Brief wissen, dass er aktuell viel Schnee schippe. Und statt einer ausgelutschten Abschiedsformel spricht er einfach aus dem Herzen eines Vierjährigen: "Zicke zacke Pupskacke." Mindestens einem RTL-Redakteur dürften in diesem Moment die Augen feucht geworden sein - wenn da nicht der nächste Thorsten Legat schreibt.