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Nachfolgekanal EDT:Griechischer Rundfunk sendet ein bisschen

Fernsehsender EDT Griechenland

Testbild des neuen Senders EDT

(Foto: dpa)

Neustart mit einem alten Spielfilm: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Griechenland strahlt wieder Sendungen aus - wenn auch zunächst nur ein Minimalprogramm. Zufrieden sind die Gewerkschaften mit der neuen Lösung namens EDT aber nicht.

Einen Monat nach der abrupten Schließung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Griechenland hat der Nachfolgekanal am Mittwochabend den Sendebetrieb wieder aufgenommen. Auf der Frequenz des geschlossenen Senders ERT wurde mit einigen Bildproblemen ein alter griechischer Spielfilm gezeigt.

Am Morgen war bereits ein Testbild ausgestrahlt worden, das den Sendernamen EDT, einen Globus und bunte Wellen zeigte. Geplant ist vorerst ein Minimalprogramm, bevor es im Herbst mit neu eingestellten Mitarbeitern wieder richtig losgehen soll. Zunächst sollen vor allem Spielfilme, Serien und Dokumentationen ausgestrahlt werden.

Der Protest der Gewerkschaften gegen die Schließung des ERT ist damit aber nicht beendet. Sie bezeichnen den Nachfolgesender als "Piraten" und haben für Donnerstag alle Mitarbeiter privater Sender zu einem fünfstündigen Solidaritätsstreik aufgerufen.

Schlankerer EDT soll Gerichtsentscheid nachkommen

Die Regierung von Ministerpräsident Antonis Samaras hatte den ERT am 11. Juni überraschend dicht gemacht, alle 2700 Mitarbeiter saßen über Nacht auf der Straße. Die Entscheidung löste tagelange Proteste aus. Die Dreier-Koalition in Athen zerbrach am Streit über die Schließung und wird nun als Zweierbündnis fortgeführt.

Samaras hatte seinen Schritt mit den von den internationalen Gläubigern verordneten Sparzwängen begründet. Der ERT sei ein Hort der Kungelei mit ungerechtfertigten Privilegien für die Mitarbeiter und verschwende jährlich 300 Millionen Euro, hatte es zur Begründung geheißen.

Das Verwaltungsgericht in Athen urteilte zwar, dass die Schließung innerhalb der Befugnisse der Regierung gelegen habe. Zugleich betonte es, dass eine Grundversorgung durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk erforderlich sei. Dem will Athen nun mit dem neuen, wesentlich schlankeren EDT nachkommen.