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Marie Curie:Curie starb an Anämie

Bis die 30-jährige Studentin Marie Curie etwas später ein Thema für ihre Doktorarbeit suchte und auf die Becquerelstrahlen verfiel. Gemeinsam mit ihrem Mann untersuchte sie Uran, sie untersuchte Pechblende.

Da die Strahlen die Luft leitfähig machen, konnte Curie ihre Stärke leicht durch ein Elektrogerät messen. Was sie bald schon elektrisierte: Die Pechblende, der Ausgangsstoff, strahlte viermal so stark wie das extrahierte Uran. Wie konnte dieses Ergebnis zustande kommen? Es gibt nur eine Erklärung: Die Pechblende muss mindestens ein weiteres, weit stärker strahlendes Metall enthalten. In aufwendiger Handarbeit extrahierte Curie zunächst Polonium. Und zuletzt: Radium, die am stärksten strahlende Materie, die damals bekannt war.

Radium wurde zum Modebegriff, Gaststätten und Kinos wurden sogar nach ihm benannt. Die Strahlentherapie, ob mit Radium oder anderem Material, zog wie erwartet ein in die Schulmedizin. Otto Hahn entwickelte aus den strahlenden Stoffen 1938 die künstliche Kernspaltung, Robert Oppenheimer 1945 die Atombombe. Und die Pioniere?

Marie Curie klagte während ihrer Arbeit zunehmend über Mattigkeit, 1934 starb sie im Alter von 67 Jahren an Anämie, die manche Forscher auf ihren Umgang mit dem Radium zurückführen. Ihr Mann starb 1906 bei einem Verkehrsunfall. Ob Becquerels Tod 1908 mit seiner Arbeit zusammenhing, gilt als ungeklärt.

1984 wurde das Notizbuch von Marie Curie für umgerechnet 136.000 Mark versteigert, in Anwesenheit eines Zivilschutzbeamten. Das Buch ist noch heute so stark verstrahlt, dass es als unlesbar gilt.