Lieblingsserie: Firefly Cowboys im All

Wildwest im Weltraum: Warum "Firefly" mit seiner Mischung aus Action, Humor und düsterer Spannung ein Geheimtipp für Science-Fiction-Fans ist.

Von Ralph Pfister

Zugegeben: Wenn dem geneigten Science-Fiction-Fan das erste Mal die countryhaften Klänge des Firefly-Vorspanns entgegentönen, macht sich eine gewisse Skepsis breit. Spätestens in der Mitte der Staffel ertappt er sich jedoch beim Mitsummen. Die Musik geht ins Ohr, die Serie packt den Zuschauer.

An Bord der Serenity fliegt eine neunköpfige Crew durchs All.

(Foto: 20th Century Fox)

Die Abenteuer einer Raumfrachter-Crew von Gesetzlosen stellen eine der besten Science-Fiction-Serien dar, die bislang über die Bildschirme geflimmert sind. Western und Weltraum vermischen sich in Firefly mit viel Humor. Und das Leben im rauen interplanetaren Grenzgebiet, wo Cowboys auch mal auf Chinesisch fluchen, wirkt dreckiger, realer und unverbrauchter als andere Science-Fiction-Szenarien.

An Bord des altersschwachen Frachters Serenity fliegen neun Vagabunden durch die nach Wildwestmanier besiedelten Randsektoren im All. Dort, wo die zentralistische, finstere Regierung der Allianz nicht ganz so viel Macht ausüben kann. Dabei nimmt die Crew unter Captain Mal Reynolds so ziemlich jeden Job an: Einen Zug ausrauben, Schmuggelware transportieren, Kunstgegenstände stehlen oder einem Grenzstadt-Bürgermeister Paroli bieten.

Auf den Punkt gebracht, kann man sich Firefly so vorstellen: Nehmen Sie Han Solo aus Star Wars, geben Sie ihm statt einem Wookie eine komplette Crew und lassen Sie dafür Luke Skywalker, Darth Vader und die anderen Jedi aus dem Bild. Das vermittelt einen recht guten ersten Eindruck und ist gleichzeitig sehr ungerecht. Aber Ungerechtigkeit, das ist die Crew des Raumschiffs Serenity ja gewohnt.

Die Plots der gerade mal 14 Episoden sind zumeist eher durchschnittlich. Sehenswert ist die Serie wegen der gelungenen Atmosphäre, den starken Charakteren und ihrem Dialogwitz. Humorvolle Dialoge und schräge Figuren zeigte Macher Joss Whedon schon bei seinen Erfolgen Buffy und Angel. Firefly kommt deutlich erwachsener daher, teilt mit ihnen aber etwas anderes Whedon-typisches: Die Einstellung, dass Action, Humor und düstere Spannung sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern innerhalb eines Formats verknüpft werden können.

Gesetzloses Glühwürmchen

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