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Kai Gniffke über Lena:"Die Ölkatastrophe ist wichtiger als Lenas Erfolg"

ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke über Lenas Erfolg, die Ölkatastrophe und den Auftrag der "Tagesschau".

Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, hat unter anderem die Tagesthemen und die Tagesschau zu verantworten. In einem E-Mail-Interview erklärt er nun den Lena-Hype in den Nachrichten des Ersten.

Kai Gniffke - Chefredakteur von ARD-aktuell

Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, über den Lena-Kult in den Nachrichten des Ersten.

(Foto: ag.dpa)

sueddeutsche.de: Sowohl in der Tagesschau als auch in den Tagesthemen am Sonntag war Lena erstes Thema in den Nachrichten und damit für die ARD wichtiger als die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Warum?

Kai Gniffke: Die Ölkatastrophe in den USA ist natürlich wichtiger als Lenas Erfolg, aber am Sonntag war bei einer journalistischen Bewertung der Nachrichtenwert des deutschen Erfolgs in Oslo höher als die Fortentwicklung der bereits lange anhaltenden Ölkatastrophe.

sueddeutsche.de: Am Montag sollte in den ARD-Nachrichten erneut ein Lena-Beitrag laufen. In Ihrem Blog schreiben Sie jedoch, Köhlers Rücktritt hätte diesen Beitrag herausgekickt. Was hätten Sie erneut über Lena berichtet?

Gniffke: Wir hatten für das Ende der Sendung eine zwanzigsekündige Nachricht im Film von der Pressekonferenz vorbereitet, bei der Lenas "Titelverteidigung" 2011 angekündigt wurde. Dies entfiel während der Sendung aus Längengründen.

sueddeutsche.de: In der ARD liefen zahlreiche Sondersendungen, sogar die Talkshow von Anne Will wurde verschoben. Finden Sie das gerechtfertigt?

Gniffke: Das entscheidet eigentlich die ARD-Programmdirektion, aber wenn Sie mich persönlich fragen: ja.

sueddeutsche.de: Spielt in der Berichterstattung eine Rolle, dass die ARD den Song Contest überträgt und Lena mitgecastet hat?

Gniffke: Nein.

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