"Germany's Next Topmodel" Aufhören, wenn es am besten ist

Sieben Jahre lang hat Heidi Klum danach gesucht, manchmal mit peinlichem Ergebnis. Nun ist es endlich gelungen, ein Nachwuchs-Model von womöglich internationalem Format zu finden: Die 17-jährige Luisa Hartema ist ein würdiges "Germany's Next Topmodel". Klum täte gut daran, die Show damit zu beenden.

Eine TV-Kritik von Ruth Schneeberger

Große Preisfrage: Was ist aus den bisherigen Gewinnerinnen der angeblichen Model-Casting-Show Germany's Next Topmodel - by Heidi Klum auf Pro Sieben geworden? Alles Mögliche - nur keine echten Models.

Germany's Next Topmodel

"Die hat der liebe Gott geküsst"

Zumindest nicht in dem Sinne, dass sie außerhalb des Senderuniversums, außerhalb der Boulevardmedien oder gar außerhalb von Deutschland eine Chance hätten, Laufsteg-Karriere zu machen. Wohlgemerkt: Für Models ist das eigentlich das Ziel, international erfolgreich zu sein, auf den Shows der großen Designer zu laufen, exklusive Kleider zu präsentieren, von Hochglanzmagazinen zu lächeln und sich auf Werbeplakaten neben teuren Produkten zu räkeln.

Klums "Mädchen" präsentieren sich stattdessen bis auf einzelne Modenschauen vor allem in Weiterverwertungsshows des Senders als Backstage-Moderatorinnen (Rebecca Mir), halten ihr Gesicht in der Pause zwischen Werbepause und Programm für Pro Sieben in die Kamera (Sara Nuru), tingeln noch eine Weile durch peinliche Formate (Gina-Lisa Lohfink) oder tauchen einfach nie wieder auf der Bildfläche auf (Jennifer Hof). Die letzte Gewinnerin (Jana Beller) hatte schon kurz nach dem Sieg keine Lust mehr auf das Business und wird seither von derjenigen als Gesicht der Show vertreten, die sie zu Unrecht auf den zweiten Platz verwiesen hatte. Peinlich war das für Heidi Klum und ihre Mannen, von einer 20-Jährigen so vorgeführt zu werden, wo sie doch angeblich den jungen Dingern die ganze Welt zu Füßen legen. Peinlich auch, dass seit Beginn der Staffel vor sieben Jahren noch nie eine Model-Anwärterin gefunden wurde, die wirklich das Zeug zum Topmodel hatte. Obwohl so intensiv danach gesucht und noch viel intensiver darauf vorbereitet wird, öffentlichkeitswirksam, unter vielen Tränen, versteht sich.

Das könnte nun ausnahmsweise anders werden. Die junge Frau, die am Donnerstagabend live in der Lanxess-Arena in Köln vor 15.000 Gästen zur Siegerin der siebten Staffel erklärt wurde, scheint von anderem Format zu sein als ihre Vorgängerinnen, die meist eher nach persönlichem Geschmack, nach Show- und Entertainmentgesichtspunkten, nach Haarfarbe oder auch sehr gerne danach ausgesucht wurden, wie sehr sie sich für das Format "entwickelt", sprich: der Jury unterworfen hatten.