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Game of Thrones: Folge 2: "Ein Ritter der sieben Königslande" im Recap:Bis zur großen Aussprache dauert es lange

Was der Episodentitel bedeutet:

Es beginnt mit einer brüderlichen Runde vor dem Kamin, bei der zunächst der langsam wieder auftauende Tyrion gemeinsam mit seinem Bruder die Ironie der Situation analysiert (Lannisters verteidigen Starks) und zu denen später Brienne samt Knappe Podrick, Zwiebelritter Davos und der schmachtende Tormund stoßen. Dessen Kindheit hat Gemeinsamkeiten mit der von Obelix, nur fiel der Wildling nicht in einen Zaubertrank-Kessel, sondern trank die Muttermilch einer Riesin. Das gemeinsame Gespräch vor dem Feuer endet mit dem Ritterschlag für Brienne, die davon ergriffen ist und besonders begeisterten Applaus von Wannabe-Lover Tormund erhält.

Ritterkandidaten gibt es in der Folge auch so einige: Theon, der von Sansa begeistert empfangen wird und sich nachher mit ihr ein Süppchen teilen darf, rettete schließlich ritterlich seine Schwester (die er vorher wenig ritterlich im Stich ließ). Oder Greyworm, der mit Missandei Pläne für die gemeinsame Zukunft in der Heimat der königlichen Beraterin macht. Auch weil sie sich auf Westeros fremd fühlen. Oder Sam, Nachtwachen-Boss Eddisson Tollet und Jon, die sich auf der Mauer Winterfells stehend an die guten alten Zeiten erinnern, als sie noch auf der etwas höheren Mauer im Norden standen. Oder das Aufeinandertreffen von Jorah mit seiner Cousine Lyanna Mormont. Die hat nämlich nicht die geringste Lust, die Schlacht in "Sicherheit" in der Krypta zu verbringen.

Daran wird man sich bei dieser Episode erinnern:

Was der Zuschauer schon länger weiß, erfährt Daenerys erst jetzt: Nachdem Jon seiner Geliebten fast die gesamte Episode aus dem Weg geht, trifft sie ihn schließlich doch in der Krypta vor dem Grab seiner Mutter Lyanna. Als er ihr dann eröffnet, was Sache ist, nämlich dass er der rechtmäßige Sohn ihres älteren Bruders ist, braucht sie nicht lange, um zu realisieren, was das für sie bedeutet. Doch bevor sie die Folgen ausdiskutieren können, ertönt das Schlachthorn.

Bester Auftritt:

Endlich ist es soweit: Arya und Gendry kommen zusammen! Auch wenn die jüngste Stark-Tochter eher pragmatische Gründe in Sachen letzte Nacht auf Erden angibt: Wir wissen, dass es zwischen den beiden schon länger knisterte. Und obwohl der Ort, an dem die beiden miteinander schlafen (irgendwelche Strohsäcke) eher unromantisch ist und Gendry sich entsetzt über Aryas Narben zeigt, liegt doch Romantik in der Luft. Ein wenig Angst darf man aber doch um die beiden haben, denn gerade solche Traumpaare werden in GoT ja gerne einmal auseinandergerissen.

Wir mochten Daenerys lieber, als sie noch...

... das große Ganze im Kopf hatte. Natürlich wurde sie nicht besonders nett in Winterfell empfangen. Doch als sie später mit Sansa das Gespräch sucht (eigentlich ein guter Move), macht sie der einmal mehr nur Vorhaltungen, ihr in Sachen Jaime in den Rücken gefallen zu sein. Und sie beschwert sich über Sansas Ex(?)-Mann Tyrion. Doch Sansa stellt fest, dass nicht nur er dumm genug gewesen ist, Cersei mit ihrem Truppenversprechen zu vertrauen, sondern auch Daenerys machte diesen Fehler. Auch das kurzzeitige gegenseitige Näherkommen, als es um Liebesfragen geht, stellt sich als Strohfeuer heraus. Denn in Sachen Zukunftsplanung sind sich die Lady von Winterfell und die Königin alles andere als grün. Daenerys weiß weiter nicht, ob sie lieber mit dem Herzen oder dem Kopf regieren soll.

Wen wir vermisst haben:

Obwohl es das Intro anders suggeriert, spielt sich die Handlung in der zweiten Episode ausschließlich in und vor Winterfell ab. Und nicht etwa in Kings Landing, denn dort herrscht - ganz der Folgenlogik folgend - die Vergangenheit. Entsprechend gibt es auch nichts von Cersei zu sehen. Das ist aber auch nicht weiter schlimm. Denn bis auf Trauer über abwesende Elefanten lieferte die Dark Queen auch in "Winterfell" nicht besonders viel. Dennoch kann man sich sicher sein: Irgendeinen intriganten Plan wird sie aushecken.

Wir müssen uns verabschieden von:

Der Illusion, dass es in der nächsten Episode irgendetwas anderes geben wird, als eine große Schlacht Lebende gegen (Un-)Tote. Wie auch immer es Tormund und die Nachtwachen-Brüder in Rekordzeit um die Nachtkönig-Armee herumgeschafft und sich dabei noch einen Vorsprung erritten haben: Überholen heißt nicht davonkommen. Winterfell wird nach dem Gemetzel der Boltons gegen Stannis' Rumpftruppe und der Schlacht der Bastarde erneut zum Kriegsschauplatz.

Wie es weitergeht:

Winterfell ist befestigt und so ziemlich jede Verteidigungsanlage mit Drachenglas ausgestattet, Arya hat ihren Wurfspeer bekommen. Und der Schlachtplan mitsamt Lockvogel Bran ist ausgearbeitet. Jon wird diesmal zumindest nicht zu Beginn als einsamer Wolf vor dem feindlichen Heer stehen, sondern wohl erst später per Drachen-Luftwaffe eingreifen. Ob ihm Daenerys vorher noch das "Dracarys" beibringt? In der Krypta unter Winterfell dürfte es trotz mehrerer Mauern Abstand zum Schlachtengetümmel eher ungemütlich werden.